Newsletter-Abo
E-Mail:
Abonnieren
Abbestellen

 

Level 10 Tibet

*bart bukowski*

TIBET - Das Kloster von Hangtang

Als sie sich in der - kurzfristig angeheuerten - abgetakelten Chartermaschine auf dem Weg nach Lhasa befanden, begann Larah gedankenversunken in ihrer Inventar-Box zu kramen.

"Was ist mit der sechsten CD?" überlegte sie angestrengt, während sie in altbekannter Manier die Augenbrauen hochzog. Vorsichtig nahm sie die fünf CD's und legte sie behutsam (mit der Schrift nach oben) übereinander. Ein leichtes Glühen war zu bemerken. Zu leicht!

"Wo finden wir die sechste CD?" ging es ihr durch den Kopf, während sie unauffällig in die Runde blickte. Partyman, Hans und die anderen waren seltsam still. Vermutlich ging ihnen ähnliches durch den Kopf. Kurz vor dem Ziel entstand in ihren Köpfen immer eine seltsame Leere.
"Ich muss die Lösung in meinen Händen halten." dachte Larah angestrengt weiter und sah sich - mit zugekniffenen Augen - Dolly´s "Ohrloch-Opal" noch mal genauer an, als...

... ihr der Stein, hervorgerufen durch ein heftiges Rütteln der Maschine, aus der Hand rutschte und auf die fünf übereinandergelegten CD's fiel, die sie auf ihre Knie gelegt hatte.

"Ups!" zischte Larah, während sie sich noch mal zu den anderen umdrehte. Keiner hatte etwas bemerkt. Sich wieder auf die CD's konzentrierend bemerkte sie, wie sich das "leicht rötliche Glühen" in ein "leicht grünliches Glühen" veränderte. Der "Ohrloch-Opal" war in das Loch in der Mitte der CD's gerutscht und hatte somit diese eigenartige Reaktion ausgelöst.

Vorsichtig nahm sie das "glühende Paket" etwas in die Höhe, als........

... kaaaaaaaaawommmmmm........

... mit einem lauten Kracher die schwere Eisentür zum Cockpit ins Schloß fiel und

... hahahahahahahahahahahha........

Übner - mit zwei Uzis im Anschlag - teuflisch lachend in der Passagierkabine stand.

"Ich wusste doch, dass es unser kleiner Rotschopf doch noch herausfindet! Ha, ha, ha,..." raunzte Übner in Richtung Larah. "War doch keine schlechte Investition, diese heruntergekommene Chartergesellschaft aufzukaufen!... Ha, ha, ha, ha,..." Übners Lachen überschlug sich nun förmlich.

"Mist!" dachte Larah, als sie nun Übners Logo auf den Rücksitzen erkannte.
"Tja! Das war's dann wohl, Freunde!" grinste Übner, während er sich eine Gasmaske überzog und auf Larah zukam. Zu spät bemerkten sie den gelblichen Nebel, der sich langsam in die Kabine ergoß........

Als sie langsam wieder zu sich kam, konnte sie - zuerst leise, dann immer lauter werdend - einen seltsamen Singsang vernehmen.

OHHHHHHHHHHH,.......KAAAAAAAAAAHHHHHHHHH,.......

RATTTTTAAAAAAAAAAHHHHHHHH,...........
OHHHHHHHHHHH,.......KAAAAAAAAAAHHHHHHHHH,.......

RATTTTTAAAAAAAAAAHHHHHHHH,...........
OHHHHHHHHHHH,.......KAAAAAAAAAAHHHHHHHHH,.......

RATTTTTAAAAAAAAAAHHHHHHHH,...........
Der Schleier vor Ihren Augen lichtete sich langsam.

OHHHHHHHHHHH,.......KAAAAAAAAAAHHHHHHHHH,.......

RATTTTTAAAAAAAAAAHHHHHHHH,...........
OHHHHHHHHHHH,.......KAAAAAAAAAAHHHHHHHHH,.......

RATTTTTAAAAAAAAAAHHHHHHHH,...........
OHHHHHHHHHHH,.......KAAAAAAAAAAHHHHHHHHH,.......

RATTTTTAAAAAAAAAAHHHHHHHH,...........

Zuerst undeutlich konnte sie langsam erkennen, dass sie sich - umringt von Tasmanischen Tanzteufeln, einer Gruppe von "Guido Korn-Klonen" im Zwergenformat, schlaghosenbekleideten Aliens, einer Gruppe Petra Kerle-Schaufensterpuppen,... mein Gott, es mussten Hunderte von illustren Gruppen sein - in einer gigantischen, unterirdischen Halle eines Tibetanischen Klosters befinden mussten.

Während sie realisierte, dass sie und ihre Freunde an eine Art Opferstein - vor einer riesigen Maschine aufgereiht - gefesselt waren, konnte sie noch die Gruppe  murmelnder, blinder Aborigines erkennen, die sich - einander an den Schultern festhaltend - durch die Halle schlängelten. Um den Hals hatten sie allem Anschein nach Ketten aus "panierten Kuheutern" hängen, die sie "rosenkranzartig" mit den Fingern abtasteten, während sie dabei sowas wie........

... Klamm, klamm, hamm, hamm, Kiamaiiiiiiiiaaaaahhhhhh... vor sich hin murmelten.

Norbert und die anderen kamen nun auch langsam zu sich. Während sie ungläubig das Geschehen realisierten wurde ihnen langsam der ernst der Lage bewusst.

"Wir müssen hier im Kloster Hangtang im Tibetanischen Hochland sein." flüsterte Partyman in Richtung Hans, der sich gerade - intravenös - seine Dosis "Woiza mit Nikotinversatz" per Biss auf eine speziell präparierte Plombe in einem Zahnhohlraum gab.

"Vermute ich auch!" erwiderte Kathi. Der Blick auf die riesige Musikmaschine im Zentrum der Halle bestätigte ihre Vermutung.

"Aber wo ist bloß barx?" zischte Larah, als sie die Anreihung der Opfersteine genauer unter die Lupe nahm. Kathi, Norbert, Hans, Partyman, Bernie und Larah waren auf sechs Opfersteinen, die ringförmig um eine - vor Rohren, Schläuchen, Schädeln, Gebeinen, Microsoft-Software-Pappschachteln, panierten Kuheuterresten nur so strotzenden - riesige Maschine angeordnet waren, die aufgrund der sechs runden Öffnungen in ihrer Mitte nur die sagenhafte Musikmaschine des Thai Lingseng sein konnte........

OHHHHHHHHHHH,.......KAAAAAAAAAAHHHHHHHHH,.......

RATTTTTAAAAAAAAAAHHHHHHHH,...........
OHHHHHHHHHHH,.......KAAAAAAAAAAHHHHHHHHH,.......

RATTTTTAAAAAAAAAAHHHHHHHH,...........
OHHHHHHHHHHH,.......KAAAAAAAAAAHHHHHHHHH,.......

RATTTTTAAAAAAAAAAHHHHHHHH,...........
... die Gesänge der anwesenden Gruppen wurden lauter.

"Jetzt tut sich was!" flüsterte Larah während sie versuchte, sich aus ihrer stahlharten Umklammerung zu befreien.

Mit einem lauten...

... KAWOMMMMMMMMMMMMMMMMM!!!!!

... verstummten die Gesänge.

Aus einem altarähnlichen Portal am Ende der Halle betrat - umgeben von einer Horde "70er Jahre Tanzschneckies" - Übner das Geschehen. Eingehüllt in Mini-CDs, die paillettenartig auf seinem Gewand angebracht waren, dass an die Bekleidung eines Hohepriesters erinnerte.

Andächtig bewegte er sich - das "grünlich leuchtende Paket" mit den fünf CDs in deren Mitte der "Ohrloch-Opal" nunmehr befestigt war feierlich vor sich her tragend - in Richtung der gigantischen Musikmaschine........
OHHHHHHHHHHH,.......KAAAAAAAAAAHHHHHHHHH,.......

RATTTTTAAAAAAAAAAHHHHHHHH,...........
OHHHHHHHHHHH,.......KAAAAAAAAAAHHHHHHHHH,.......

RATTTTTAAAAAAAAAAHHHHHHHH,...........
OHHHHHHHHHHH,.......KAAAAAAAAAAHHHHHHHHH,.......

RATTTTTAAAAAAAAAAHHHHHHHH,...........
... die Gesänge wurden wieder lauter. Als sich vor Übner die Menschenmassen teilten und ihm den Weg in Richtung Musikmaschine freimachten, umschlich unsere Freunde ein ungutes Gefühl........

"Was hat er bloß vor?" dachte Norbert laut vor sich hin, als Übner den Altar am Fuße der Maschine erreicht hatte und auf dessen Zeichen ein ohrenbetäubender Glockenschlag den Singsang der Massen verstummen ließ.

"FREUNDE!!!!!!!!.............VERBÜNDETE!!!!!!!!!!............

GEÄCHTETE!!!!!!!!!!!!......." hallte es durch die Reihen.

OHHHHHHHHHHH,.......KAAAAAAAAAAHHHHHHHHH,.......

BATTTTTAAAAAAAAAAHHHHHHHH,...........

OHHHHHHHHHHH,.......KAAAAAAAAAAHHHHHHHHH,.......

BATTTTTAAAAAAAAAAHHHHHHHH,...........

OHHHHHHHHHHH,.......KAAAAAAAAAAHHHHHHHHH,.......

BATTTTTAAAAAAAAAAHHHHHHHH,...........

...erwiderten die Massen.

"ENDLICH IST ES UNS GELUNGEN,... DAS GEHEIMNIS DER HEIIIIIIIIILIGEN MUSIKMASCHINE DES THAI LING-SENG!!!!!!... VOLLENDS ZU LÜFTEN!!!!!!!!!!!!!!!!..." schrie Übner mit quietschender Stimme den Massen entgegen.

"AAAAAAAAAHHHHHHHHHHHHHHHHHHHH...." raunte es durch die - von Verwesung und bodenlos schlechter Schlagermusik - übelriechenden Gemäuer, was die "Guido Korn-Klone im Kleinformat" zu seltsam zuckenden "Ciotto-Essbewegungen" hinreißen ließ.

"DARÜBER HINAUS!!!!!!!!!!... BEFINDET SICH!!!!!... BARX KILDO!!!!!!... UND SECHS WEITERE SEINER ANHÄNGER... IN UUUUUUUUUNSERER GEWALT!!!!!!!!!!!!!!!" ........

"JJJJJJJJJAAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHHHH........" erwiderte der Mob, langsam zu toben beginnend.

"SO LASSET UNS MIT DER ZEREMONIE BEGINNEN!......" Mit diesen Worten brachte Übner sein Publikum wieder zu andächtiger Ruhe und streckte ihnen dabei den "grün leuchtenden Schatz" entgegen, während sich knarrend ein Lüftungsschacht an der reich verzierten Decke der Halle öffnete.

Langsam drehte sich Übner um und plazierte das leuchtende Bündel an einen - nun auch für die Gefährten erkennbaren - dafür vorgesehenen Platz im Gefüge der Maschine und trat verheißungsvoll einen Schritt zurück.

Jetzt erst erkannte Larah den Zusammenhang. Die Anordnung der Opfersteine. Die seltsamen Verbindungskabel, die von jedem Stein in Richtung Maschine führten. Die eigenartige - an einen Sarkophag erinnernde - Steinplatte in der Mitte der teuflischen Musikmaschine........
Während sich ein gleißender Lichtstrahl langsam seinen Weg in Richtung des "grünlich schimmernden Schreins" bahnte, begann sich die "Sarkophag-Steinplatte" zu bewegen........

... und offenbarte - langsam - Ihren Inhalt. BARX KILDO!!!!!!!!!! Nicht bei Bewusstsein erwartete er - mit schweren Stahlketten gefesselt - sein Schicksal.

Der Lichtstrahl wanderte weiter seinem Ziel entgegen, was die Massen zu einem aufebbenden Raunen veranlaßte.

OHHHHHHHHHHH,.......KAAAAAAAAAAHHHHHHHHH,.......

BATTTTTAAAAAAAAAAHHHHHHHH,...........

OHHHHHHHHHHH,.......KAAAAAAAAAAHHHHHHHHH,.......

BATTTTTAAAAAAAAAAHHHHHHHH,...........

OHHHHHHHHHHH,.......KAAAAAAAAAAHHHHHHHHH,.......

BATTTTTAAAAAAAAAAHHHHHHHH,...........

begann es wieder und wurde zusehends lauter.

"Wir müssen raus hier!"... nutzte Larah die allgemeine Unruhe... "Er will uns alle opfern, um mit dem Lichtstrahl, wenn er auf die fünf vorhandenen CD's fällt, die "sechste" zu erzeugen"... mit einem "Kopfzeig" machte sie die anderen auf die eingravierten Symbole aufmerksam, die sich auf der Sarkophag-Platte befanden.

Deutlich konnte man die nun stattfindende Zeremonie in den Symbolen erkennen.

Die Opfersteine.

Der Lichtschacht.

Die vorhandenen fünf CD's mitsamt dem "Ohrloch-Opal".

Die Sarkophagplatte.

Der weitere Verlauf schien undeutlich. Aufgrund seiner Darstellung und doch konnte Larah deren Ausgang entschlüsseln.

"Wenn der Lichtstrahl die CD's erreicht hat, wird ein Mechanismus in Gang gesetzt, der die Körper auf den Opfersteinen defraktalisiert und sie - in Form der fehlenden sechsten CD - neu wieder zusammensetzt!!!!!!!!... schrie Larah den sich nun aus ihrer tödlichen Umklammerung windenden Freunden zu.

"Wenn die sechste CD geboren ist, wird aus dieser Neugeburt der ABSOLUTE SCHLAGERSTAR resultieren!!!!!!!!..." entzifferte Larah - dies lauthals den anderen zuschreiend - die Hieroglyphen,
während sie - vor Schreck fast erstarrt - das letzte Symbol zu erkennen glaubte... es ähnelte einer BRILLE, einer schwarzen Brille... nur mit Mühe konnte sie eine Inschrift an der Seite der BRILLE,... an den BÜGELN erkennen........

"NEIIIIIIIIIIIIIIIINN!!!!!..." schrie Larah, die sich nun - in einem Anflug unmenschlicher Kraft - von ihren Fesseln befreien konnte um mit kurzen, präzisen Messerhieben ihre Gefährten zu befreien.
"RAUS HIER, SCHNELL!!!!!"... fauchte sie... "Ich kümmere mich um barx und... ÜBNER!!!!!"

Schreckgebeutelt bahnten sich Kathi, Norbert, Partyman, Hans und Bernie den Weg durch die - wie paralysierten - Massen in Richtung Ausgang.
Den Freunden noch einen Blick schenkend stürzte sie sich mit einer Hechtrolle auf Übner, der ebenfalls wie paralysiert da stand und das Geschehen mit geschlossenen Augen in sich aufnahm.

Erst als Larah Übner mit einem gezielten Schlag in Richtung eines Opfersteines schleuderte, realisierte er, was vor sich ging.

Zu spät. Die Augen "links eindrehend" sackte er auf dem Opferstein zusammen, was seltsamerweise die "Zwergen-Guido-Korn-Klone" dazu veranlasste, sich - einer nach dem anderen - in die restlichen "Opfersteinmulden" zu legen.

Während sich Larah den Weg zu barx bahnte, konnte sie aus dem Augenwinkel noch sehen, wie der Lichtstrahl seinem Ziel langsam näherkam.
Mit einem Ruck riß sie - den mittlerweile zu Bewußtsein gekommenen - barx aus seinem Gefängnis, während sie sich eine der "70er Jahre Tanzschneckies" schnappte und diese an barx' Stelle in den Sarkophag schleuderte.

Mit schnellen Schritten die Halle verlassend, bahnten sich Larah und barx ihren Weg - durch die vor Schreck erstarrten Massen - in Richtung Ausgang.

Ein dumpfes Grollen signalisierte den beiden, dass der Lichtstrahl sein Ziel in der Halle erreicht hatte. Gefolgt von mehreren Explosion erreichten sie endlich das gigantische Portal des Klosters.

Von weiteren, heftigeren Explosionen gefolgt, wurden sie von der Druckwelle in Richtung der in Übners Luxusschneemobil wartenden Gefährten geschleudert, die fasziniert in Richtung des Klosters starrten.

Was sich nun dort abspielte, entzog sich jeglicher menschlicher Vorstellungskraft. Von heftigen Explosionen geschüttelt bebte der ganze Berg, auf dem das Kloster gebaut war. Einem Vulkan gleich wurden Gesteinsmassen kilometerhoch in den Himmel geschleudert. Die Explosionen ließen die Gegend in einem Umkreis von Kilometern erbeben. Staubmassen verdunkelten den Himmel, gefolgt von weiteren Explosionen und Eruptionen........

Sich aneinander festhaltend verfolgte die Gruppe erschöpfter Gefährten die Geschehnisse. Als sich das Chaos wieder zu ordnen begann, fielen sich alle freudig in die Arme, köpften eine Flasche Champagner, die sie in Übners Schneemobil-Mini-Bar entdeckten, und traten erschöpft die Heimreise an.

Dem Sonnenuntergang in den himalayischen Bergmassiven entgegenfahrend, blickten sie sich noch einmal um.

"Seht doch!" sagte Larah mit einem seltsamen Ausdruck im Gesicht. "Die Staubwolken am Himmel erinnern mich an irgendwas."

"Was denn?" erwiderte Partyman, der im Kühlschrank eine Flasche UZO gefunden hatte.

"Ja was denn?" sagte barx, der sich völlig erschöpft aus dem Fenster lehnte, um nach streunenden Hunden Ausschau zu halten.

"Wo?" hustete Hans, der sich gerade 5 Marlboros auf einmal ansteckte.

"Was?" erwiderte Norbert, gedankenversunken in einem mitgebrachten "Papstmord- Aufdeckungsbuch" stöbernd.

"Na, an was denn?" stotterte Bernie, aufgeregt an seinem Laptop schraubend.

"Wie? Was ist los?" erwiderte Kathi, die sich gerade - kopfschüttelnd - die Kochanleitung zu panierten Kuheutern durchlas.

"Die Staubwolke scheint ein Gesicht zu haben..." sinnierte Larah.

"... sie erinnert mich irgendwie an........

... DEN WAHREN HEINO!!!!!!!!!"

Dem wahren Grauen entkommen, setzten sie erleichtert ihre Heimreise fort, während sie aus der Ferne ein leises... "Fiesta, Fiesta, Himmalayaaaaaaaana, la, la, la, la, lalla, lalla,..." zu vernehmen glaubten.

*bart bukowski*


*Hans*

Epilog

Larah stand am Fenster ihrer Villa, in der Nähe von London. Sie sah in den düsteren, wechselhaften, graublauen Himmel und kam zu dem Schluss, dass es sich um genau die Art Himmel handelte, aus dem die vier apokalyptischen Reiter problemlos hätten herausgaloppieren können, ohne sich wie eine Horde Vollidioten vorzukommen.

Ihr fehlte etwas.  - Action! - Wehmütig dachte sie an die letzten Abenteuer mit ihren Freunden zurück. Nun waren schon einige Monate vergangen, und die meisten von ihnen gingen wieder ihrem bürgerlichen Leben nach.

Da war Christoph, der die ganze Mission verschlafen hatte, weil er sich vom Schneeschippen mal ausruhen wollte. Aber er versprach, beim nächsten mal dabei zu sein.

Franty stieg nach dem Amerika-Level aus, um irgendeinen wichtigen Termin in der Schweiz wahrzunehmen - wird wohl das nächste mal auch wieder dabei sein, hoffte sie.

Was war nur aus Pünktchen geworden? Von ihr hatte keiner mehr was gehört, seit sie aus Australien verschwunden ist. Mysteriös!

Ernie, der Keksterrorist, blieb ebenfalls verschwunden, aber keiner vergoss eine Träne darüber. Spekulationen, ob er mit Pünktchen durchgebrannt sei, konnten durch keine handfesten Beweise erhärtet werden.

Ali Ben Diel überlebte seine Reise über den Atlantik mit Gummibärchen und Haifischflossen und kam tatsächlich irgendwann in Memphis an. Enttäuscht stellte er fest, dass Elvis wirklich tot war und nahm dann die Stelle als Hausmeister in Graceland an, wo er seither ein glückliches Leben führt.

Thaki Sching Sing erweiterte sein kulinarisches Angebot mit Weißbier, und der "Schmierige Löffel" wurde dadurch zur absoluten In-Kneipe auf Bali und Thaki ein reicher Mann.

Jerry Cottonfields schrieb ihr vor kurzem eine unauffällige E-Mail. Graue Schrift auf grauem Hintergrund, und man konnte absolut nichts lesen. Aber Larah verstand sofort, dass er weiterhin beim CIA beschäftigt ist und sogar befördert worden war, denn das Grau der Mail war ein Tick dunkler als das seines Trenchcoats.

Cybill ging nach der großen Fete bei Thaki wieder zurück nach L.A., wollte aber demnächst nach Ibiza auswandern - und das hatte auch seinen Grund.

barx kildo kam als Schlagersänger ganz groß raus und veröffentlichte eine CD mit seinen Best Of's. Danach aber wurde er von Visionen geplagt - immer wieder wenn er aus seinem Badezimmerfenster sah - und er hing seine Karriere an den Nagel und züchtete fortan Hunde auf Ibiza.

Norbert zog sich zurück ins tiefste Bayern, wo er von seiner Kemenate aus seine Homepage pflegte und die letzte Mission als Buch vermarktete.

Bernie reiste mit seiner Boy-Group um die Welt und landete mit der Techno-Version vom Gefangenenchor von Nabuko einen Nr. 1 Hit in den US-Charts.

Kathi konnte sich nicht mehr von Hans trennen und er nicht von ihr (It must have been love). Aber Hans konnte sich auch nicht von Partyman trennen, und so eröffneten sie zu dritt eine Weißbier-Kneipe auf Ibiza. Sie wurden binnen kurzem weltberühmt durch ihre wöchentlichen Sauerkraut-Partys, bei denen sich die Touris Sauerkraut ins Haar fummelten, damit alle blond aussahen und um einen riesigen Topf Schauerkraut herum wilde Tänze vollführten und dabei "guuuhh, guuuuhh" schrien. Hans rührte dazu wie von Sinnen in dem Topf ,während Partyman in einem weiten Lodenmantel und einem Filzhut mit einem knorrigen alten Stock die ganze Bande antrieb und dabei laut "gulb, gulb, gulb" rief und Kathi dazu rhythmisch und ebenfalls wild tanzend auf die Bongos einschlug.

Larah checkte noch mal ihre Mailbox. "Bin auf dem Weg nach Ibiza." Kurz, prägnant, aussagekräftig. Eindeutig Norberts Handschrift.

"TOASTERMAN! Ist mein Lear-Jet fertig? Ich fliege heute noch ab." rief Larah in die Küche wo Toasterman gerade Kaffee kochte.

Nachdem Larah den Autopiloten eingeschaltet hatte und der Jet auf Ibiza-Kurs geradeaus durch den immer noch apokalyptischen Himmel flog, legte sie eine CD von der Bluthundgang ein, ".....you and me, baby, ain't nothing but mammals, so let's do what they do on the discovery channel........" und entspannte sich.

Währenddessen gingen wieder zwei Wassertropfen unbemerkt von der kompletten Menschheit über der Sahelzone nieder, und beim Aufprall auf einen heißen Felsen verdampften auch diese sofort. Aber diesmal brach der Felsen auf - und wenn jemand da gewesen wäre, hätte er sehen können, dass der aufgebrochene Felsen einen taubeneigroßen Diamanten freilegte, der später mal unter dem Namen "Träne des Abschieds" bekannte werden sollte.

Und bei genauerer Betrachtung hätte man auch die seltsamen Einschlüsse entdeckt, die im richtigen Winkel betrachtet wie eine merkwürdige Buchstaben- und Zahlenkombination aussahen: "TR - 5"

........ Hoffnung flammt auf........

 *Hans*

*Cybill*

~ THE END ~

*Cybill*