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Level
7
Kairo - Der Fluch des Phapapop
Über
den Dächern von Kairo angekommen, setzte die Maschine mit einem lauten
*kawooooaaaahhhhh* auf der Landebahn auf. Larah sah sich fragend um.
"Ich
bin sturzbesoffen!" lallte Partyman, der sich seine Flugangst vornehmlich
mit Jack Daniels nahm.
"Wo
ist meine Sonnenbrille?" stammelte Hans, schlaftrunken den Boden
abtastend." Ohne meine Sonnenbrille geh' ich keinen Schritt aus dem
Flieger!!!!!!!"
Während Bernhard
- gedankenversunken - auf der Toilette "Knabenchoräle" vor sich
her sang........
... schnarchte
Norbert mit einem lauten *chhhhhhhhhhhhhhh-nnnnnnnnnrrrrrrrrrrrrr* die
Leute voll, während er im Traum - schlimm zuckend - den "Jeti"
quer durch den Himalaya verfolgte, wobei er zwischendurch immer wieder:
"Reinhold, wart' auf mich!!!!!!!", schrie........
... was die
Fluggäste während Reise schon so "auf die Palme" brachte, dass
sie - aus Trotz - immer wieder "jeti-ähnliche Laute" ausstießen,
was ihnen die Flugzeit wenigstens etwas verkürzte.
Als sich
Larah so nach Ihren Gefährten umsah und auch noch Annette - im traumatisierten
Zustand - Geräusche wie: "Brrrrrrrrrrmmmmm, batannnnnggggggggg, Huuuuuuuuupppp.....!"
von sich gab, was sich auf einen übermäßigen Konsum von "Deutscher
Heavy Metal Musik im Corsamobil" zurückführen ließ, entschloss sie
sich, ihre - völlig erschöpften - Mitstreiter vorerst im nächsten Beach-Hotel
unterbringen zu lassen.
Mit einem
"Macht's gut, Leute!" jumpte sie aus dem Flieger, schleuste
Ihre Uzis durch die Kontrolle und machte sich auf den Weg ins "schreiende
Kairo".
Vorbei an
den Bazaren hatte sie nur ein Ziel vor Augen: "Den Stab des Phapapop".
Die Information, die sie durch ihren Butler durch eine "versteckte
Message" in Form der "Teeblätter-Lager" erhalten hatte
lies ihr keine Ruhe mehr........
... "Im
Tempel des Bartators" soll er sich befinden, murmelte Larah vor sich
hin........
... als........
... sie plötzlich
über den Körper eines blinden Bettlers stolperte........
..."Houu,
houuu, houuu!" gab dieser von sich. "Werrrrr wirrrrd´s denn
hierrrrrr so eilig habääähhhn?" vernahm sie seine Stimme in gebrochenem
Englisch.
"Alter!"
sagte Larah... "Wo finde ich hier DEN TEMPEL DES BARTATORS?"
"Laaaaaaaaaaangsaaaaaaaaaaam,
laaaaaaaaaaaangsaaaaaaaaaaaam" ... erwiderte dieser. "Fragen
über Fragen! ........
Viele kommen
hier des Weges, treten mir in die Eier und stellen FRAAAAAAAAAAGÄÄÄHHHHN!
... gib mir
erst ein paar Dollar, damit ich mir Eis kaufen kann um meine zermantschten
Eier zu kühlen........
... dann
erwidere ich deine Fragen!"
Mit einem
"Sack voll Eis" zurückkommend und es dem Bettler zwischen die
Beine werfend, fauchte Larah: "Sag mir... wo finde ich DEN TEMPEL
DES BARTATORS?... Wenn du es mir sagst, werde ich dich fürstlich belohnen!"
"Laaaaaaaaaangsaaaaaaaaaaam,
laaaaaaaaaaangsaaaaaaaaaaaam".... erwiderte der Bettler. "Erst
musst DU mir drei Fragen beantworten........
... dann
sag' ich dir, wo sich der Tempel befindet. Mehr verlange ich nicht."
"Na
gut! Schieß los!" schnaubte Larah.
"Fährt
LARS ULRICH heuer bei der Tour de France mit?" fragte er.
"Nein!"
erwiderte Larah.
"Ohhhhh!"
staunte der Bettler.
"Ist
Schneider noch Bundeskanzler?" fragte er.
"Ja!...
äh... glaub schon!" behauptete Larah.
"Oh,
mein Gott!" staunte der Bettler.
"Sind
die Grünen noch an der Regierung?" fragte er.
"Ja!"
sagte Larah.
"Sapparralott!"
erwiderte der Bettler.
"So!...
Kann ich jetzt erfahren, wo sich DER TEMPEL DES BARTATOR befindet?"
fragte Larah - sichtlich genervt - den Bettler, der ihr langsam immer
bekannter vorkam.
"Laaaaaaangsaaaaaaahhhmmmm,
laaaaaaangsaaaaaaahhhhmmmmm,
...."
fing der Bettler an und erklärte ihr gemächlich den Weg zum TEMPEL DES
BARTATORS........
"...
links, rechts anschließend nochmal links und bei den gelynchten VIVA-Moderatoren
wieder rechts und dann........" fuhr der Bettler fort und kam endlich
zum Schluß.
Als sich
Larah auf den Weg zum TEMPEL DES BARTATORS machte und sich durch die engen
Gassen Kairos zwängte, schoss es ihr plötzlich wie ein "heisses Eisen"
durch den Kopf........
... der Bettler!!!!!?...
jetzt erkannte sie ihn........
Es war kein
anderer als........
... RANDOLF
SCHARR-PING!!!!!........ als Bettler getarnt!!!!!........
...sie hielt
an und überlegte: "Was spielt denn dieser Scharr-Ping für eine Rolle
in diesem Game?... Verteidigungsminister!... rasierter Bartträger!...
Radfahrer!!!... Schlagerfan!?........
... als sie
um die Ecke bog und plötzlich vor dem TEMPEL DES BARTATORS stand, streifte
sie ihre Gedanken ab und betrat den unheimlichen, schrecklichen, angsteinflößenden
Tempel durch das gigantische Hauptportal........
*bart bukowski*
*Bernhard*
Im Tempel
angekommen war es so dunkel, dass Larah eine ihrer Fackeln anzündete und
vorsichtig nach einem Lichtschalter suchte.
Leider nicht
vorsichtig genug...!!! Sie stürzte in ein ca. zwei Meter tiefes Loch und
hörte ein leises Quieken, das immer näher kam... und mit einer bemerkenswerten
Geschwindigkeit... dieses Quieken hatte sie doch schon oft gehört... eigentlich
immer, wenn sie in einen Raum gekommen war, der klein dunkel, und/oder
eng war........
Plötzlich
holte sie ihre Pistolen raus und schoß wild um sich... und nach ein paar
Schüssen war dieses Quieken auf einen Schlag weg... Da sie ihre Fackel
beim Sturz verloren hatte, musste sie sich wohl oder übel eine zweite
Fackel anzünden... und diesmal nahm sie sich vor, den engen, feuchten,
schmalen, unheimlichen Gang besser zu beobachten, damit ihr nicht wieder
sowas passieren konnte, wie kurz zuvor und sie sich verletzten konnte.
Nach unzähligen
Metern des Kriechens in dem feuchten Gang sah sie plötzlich in der Ferne
ein Licht schimmern... Freudig kroch sie weiter und bog um ein paar Ecken
und was sie sah... das war so unglaublich........ unbeschreiblich........
sie fand keine Worte........
Vor ihr lag
ein Raum, der voll und ganz mit Gold ausgekleidet war. Unzählige Fackeln
rings in diesem Raum ließen die goldenen Wände, Statuen, die goldene Decke
und den Boden und die restliche Innenausstattung aus Gold so herrlich
blitzen und blicken und ahhhhhhh.... der Anblick ist sooooooo unbeschreiblich........
Nachdem sie
sich wieder gefangen hatte und ihre Augen nicht mehr so vor dieser Schönheit
geblendet wurden, beschloss sie, diesen Raum mal etwas näher zu untersuchen...
Sie stieg
eine Leiter herunter, was ziemlich schwierig war, weil diese auch aus
Gold war und ihre nassen Hände dauernd abrutschten. Als sie es geschafft
hatte und mitten im Raum stand, konnte sie sehen, was sie vorher noch
nicht sehen konnte: Eine gigantische Statue, um die mehrere kleinere Statuen
standen, die auf die große schauten. Diese riesige Statuen war mindestens
fünf Meter hoch und acht Meter breit... dieser Anblick war erschlagend...
ob das der Bartator ist???????????
Sie untersuchte
die Statue genau und konnte eine kleine Luke entdecken... aber sie bekam
diese Luke nicht auf... sie konnte machen, was sie wollte........
Sie untersuchte
jede der kleineren Statuen, schob, drückte, zog an allem und überall,
aber sie konnte keinen Mechanismus zum Öffnen der Luke provozieren. Plötzlich
entdeckte sie an der rechten Seite der Bartator-Statue einen Schalter.
Aber das Drücken dieses Schalters hatte keine Wirkung. Neben diesem Schalter
entdeckte sie noch eine ca. zwei Meter hohe, kaum erkennbare Tür... und
- Larah weiß selber nicht wieso - die Tür ließ sich ganz einfach öffnen........
Egal... hinter
der Tür lag ein vergoldeter Swimmingpool... sie schwamm herunter und suchte
den ganzen Boden, den Rand und alles vom Swimmingpool ab... aber sie fand
nichts... keinen Hebel, keinen Knopf........
Erst, als
sie jenen Quadratzentimeter des Beckens abtastete, konnte sie eine kleine
Einhöhlung ertasten, die wegen der goldenen Farbe erst ab einer Entfernung
von ca. fünf Zentimetern zu sehen war... sie preßte ihren Zeigefinger
so fest in das Loch, wie sie konnte und kam sich dabei eigentlich ziemlich
lächerlich vor.
Plötzlich
öffnete sich ein kleines Fach an einer Wand des Raumes, in dem der Pool
war und darin lag eine Maske. Sie nahm sie und verschwand wieder in den
Raum, in dem die Statuen standen.
Als sie die
Tür hinter sich schloss, hörte sie ein Gepolter... als sie vorsichtig
wieder die Tür einen Spalt öffnete und durchspickte, lag der gesamte Raum
in Schutt und Asche... er war einfach zusammen gefallen... hatte Larah
die Türe etwa so fest zugeworfen?????? Oder war die Maske daran schuld?
Stützte sie irgendwie diesen Raum... oder war das so eine Art Sicherheitsmechanismus,
damit niemand diese Statue stehlen konnte, und er setzte nur zu spät ein????
Von einem
Gedanken in den nächsten geschleudert, fragte sie sich nun, wozu diese
Maske eigentlich sein sollte... für ein menschliches Gesicht war sie zu
groß... sie sah sich im Raum um und erkannte schnell, dass die Größe der
Maske genau mit der Größe der Gesichter der kleinen Statuen, die die große
Statue anblickten... Sie waren in einem Halb-Rechteck vor der Bartator-Statue
angeordnet... und Larah presste die Maske der Reihe nach jeder kleineren
Statue ins Gesicht.
Erste...
nix passiert, zweite... nix passiert... und so ging es weiter... dann
war sie mit der ersten Reihe fertig und kam nun an die Reihe, die die
Bartator-Statue nun direkt angeschauten... nix passiert, nix passiert,
nix passiert aber bei der mittleren Statue blieb die Maske plötzlich hängen...
aber nichts passierte.
Larah zählte
eins und eins zusammen und drückte noch einmal auf den Schalter an der
Seite der Bartator-Satuen und siehe da... die kleine Luke öffnete sich........
Jetzt erkannte
sie, dass das ein staubiger Schacht war... sie beschloß den Schacht herunterzurutschen,
und sie fand sich nach langer Rutschpartie in einem kühlen Raum wieder...
in den vier Ecken stand jeweils eine Fackel und in der Mitte im Raum...
ein großer Glaskasten... In ihm erkannte sie... DEN STAB DES PHAPAPOP!!!
Sofort machte
sie sich daran an den Stab zu kommen:
Sie versuchte den Kasten hochzuheben, zu verschieben, zu drücken, zu ziehen,
ihn kaputt zu schießen, sie trat dagegen, ja sie sang sogar so hoch, wie
sie konnte, um das Glas zu sprengen... aber nichts klappte, und der Kasten
hatte noch nicht einmal eine Schramme........
Verzweifelt
dachte sie über alles nach... wieso ist sie eigentlich hier... und wie
hat eigentlich alles angefangen...????
Angefangen
hat alles damit, dass barx kildo entführt wurde und sie deswegen nach
Frankfurt fuhr.
Auf ihrem
Weg barx kildo wieder zu befreien, stieß sie auf mehrere CD's mit Farbklecksen...
dieser Spur ging sie nach, und sie führte sie in die Höhle des Bestisok,
wo sie ein Gespräch von Übner mit Lorenzo belauschte. Durch dieses Gespräch
bekam ich mehr Aufschluß darüber, was mit den CD's los sei. Als sie dann
diese nach Österreich verfolgte, ergab sich, dass sich die restlichen
CD's in Australien, China und LA versteckt worden waren........
Sie flog
an diese verschiedenen Orte, und in Australien begegnete sie Pünktchen,
die Übner ausgequetscht hatte und ihr mehr über die CD's erzählen konnte...
nach einem langen Abenteuer bekam sie endlich die CD in Australien und
flog mit ihren Freunden, die sich nach und nach angesammelt hatten, nach
LA.
Dort wurde
ihr dann in einem Gespräch mit einem Mönch die ganze Geschichte der CD's
teil. Danach hatte sie eine kleine Auseinandersetzung mit einem Hubschrauber
und machte sich, nach einem Tip des Mönches, auf nach Hollywood, wo sie
eine weitere CD fand.
Danach konnte
sie barx kildo befreien und, um seine Aufnahmen zu retten, die die Welt
vielleicht noch vor dem schrecklichen Schlager von Übner retten konnte,
deponierte er seine Aufnahmen bei Urlaubsbekanntschaften in Paris, Bali,
Kairo und Kreta.
Kurz darauf
aber wurde Larah entführt, konnte sich aber retten und traf sich mit ihren
Freunden, mit denen sie zusammen nach Paris flogen.
Dort angekommen
erinnerte sie sich wieder an einen geheimnisvollen Traum, den sie kurz
vor der Rettung von barx kildo hatte. Dieser führte sie in eine Villa
in Paris in der sie die gesamten Teeblätter, die sie ein Jahr lang benutzt
hatte und ihr Butler gesammelt hatte, fand... mhhhm... und was war noch
in Paris???... HUCH!!!!! DAS IST ES!!
Wie ein Pfeil
schoss es Larah durch den Kopf, womit sie den Glaskasten öffnen konnte...
Was den Eiffelturm zum Einstürzen bringt, wird doch an diesem Glaskasten
nicht scheitern... sie nahm den von Bernhard modifizierten Laserpointer
und schoss kurz auf den Glaskasten, von dem danach nicht mehr viel übrig
war. Sie nahm freudig den Stab und brachte ihn in das Schlüssel etc. Inventar,
aus dem noch nie etwas gestohlen wurde... und drehte sich um... was wohl
ein Fehler war... sie spürte nur noch von hinten einen kleinen Stich und
wachte mitten in der Innenstadt von Kairo wieder auf. Um sie herum standen
ihre Freunde, die sie zufällig auf ihrem Stadtbummel auf der Straße liegen
gesehen haben und sich fragten, wie sie dahin kam... und das fragten nicht
nur sie sich........
Hektisch
sprang Larah auf und schaute in ihr Inventar und ja... zum Glück... der
Stab war noch da... Sie war nun sehr erschöpft und sie mieteten sich ein
Hotelzimmer... dort sagte Larah zu ihren Freunden:
"Also... ich weiß zwar nicht wieso wir aus Paris wieder herausgegangen
sind; wir haben doch unseren Grund, wieso wir überhaupt nach Paris kamen,
völlig vergessen... wir wollten doch Aufnahmen von barx kildo finden...
und außerdem... wie bin ich überhaupt auf diesen komischen Stab von Phap
sonstwienoch gekommen??? Was bringt er uns überhaupt... oder hab ich durch
dieses Erlebnis und die Zeit, nachdem ich von diesem spitzen Ding getroffen
wurde, bis ich wieder hier aufgewacht bin, einen Teil meiner Erinnerungen
verloren...???
Fragend blickte
sie in die Runde........
*Bernhard*
*Annette*
Fragend blickte
sie in die Runde.........
Tja, wie
das immer so ist, wenn's drauf ankommt, gucken einen die Männer nur mit
großen Augen an.... Larah verdrehte die Augen (naja, nur ein gaaanz klein
wenig verdrehte sie die Augen...) und nahm den Stab des Phapapop selbst
genauer unter die Lupe.
Bisschen
gefummelt und geschraubt und gedreht und schon merkte sie, dass sich an
beiden Enden ein Verschluß abschrauben ließ. Ein Kaleidoskop... Larah
schaute fasziniert durch das Okular des goldenen Stabs. Sie merkte sofort,
wie ihr die Knie wieder weich wurden und es langsam in ihren Ohren zu
rauschen begann. Wie durch Watte hörte sie die Stimmen ihrer Freunde,
die nach ihr riefen. Aber sie entfernte sich immer weiter... Larah verlor
erneut das Bewußtsein.
Sie befand
sich wieder im Tempel des Bartator. Instinktiv tastete sie nach ihren
Waffen. Nichts... Klar, der Alptraum geht weiter. Langsam gewöhnten sich
ihre Augen an die schummrige Beleuchtung. Bei ihrem ersten hektischen
Besuch war sie nur so durch die Räume gestürmt, jetzt bot ihr das Kaleidoskop
die Gelegenheit, noch einmal alles genau unter die Lupe zu nehmen.
Sie sah sich
die riesige, beeindruckende Bartator-Statue noch einmal genauer an. Auffällig
waren vor allem die hervorquellenden Augen... Larah überlief ein eiskalter
Schauer. Sie umrundete das Standbild vorsichtig. Im Schatten der großen
Figur entdeckte sie plötzlich eine Nische. Sie war mit einem Gitter -
einer Art Zaun - abgesperrt. Das Metallgitter war auch ganz vergoldet,
seine Spitzen waren schön ziseliert und mit Edelsteinen verziert. In der
Nische stand ein wunderschönes, riesiges Aquarium... im Halbdunkel...
Ein leises
Rascheln erregte ihre Aufmerksamkeit. Sie schoss herum und ihre Hände
zuckten nach den Uzis. Verdammt... Mit dem Rücken zur Aquariumnische -
völlig ungeschützt - sah sie den Raufbold mit dem Baseballschläger auf
sie zukommen. An seinen unsicheren Bewegungen konnte sie erkennen, dass
er auch mit den mageren Lichtverhältnissen kämpfte. Aber er hatte sie
doch ziemlich sicher im Visier...
Larah tastete
verzweifelt nach irgendetwas in ihrem Inventar, mit dem sie sich verteidigen
konnte. Mit großer Erleichterung spürte sie plötzlich das Kaleidoskop
des Phapapop. Das einzige, was ihr geblieben war. Im Halbdunkel winkte
sie dem Schläger leicht zu. Der Blick des Angreifers fiel sofort auf den
Stab. Sicher konnte er nicht erkennen, was sie da in der Hand trug.
Im Tempel
herrschte eine ganz unwirkliche, bedrückende Stille. Mit ganz langsamen
Schritten näherte sich der Haudrauf, seine übermuskulösen Arme standen
ab, als ob er Rasierklingen in den Achselhöhlen tragen würde. Larah rührte
sich nicht. Ein Blick zur Seite - der Schläger sprang auf den Sockel der
BARTATOR-Statue. Er war nur noch ein paar Schritte von Larah entfernt.
Aber er stand nun einen guten Meter höher als sie.
Larah bewegte
sich halb geduckt ein paar Zentimeter vor. Auch der Baseball-Held beugte
sich leicht vor, immer noch einen kurzsichtigen Blick auf Larahs "Waffe"
gerichtet.
"Du
darfst deine Beute nicht jagen.... warte, bis sie versucht, dich zu jagen"
ging es Larah durch den Kopf "warte, bis er so weit ist, laß ihn
kommen...".
Beide ließen
sich nun nicht mehr aus den Augen. Mit minimalen kleinen Schritten bewegten
sie sich, man konnte es fast einen Tanz nennen. "Es ist eine Frage
der Nerven, keep cool, er hält es gleich nicht mehr aus..."
Sie konnte
sehen, wie der Rowdy immer unruhiger wurde. Er holte zu einem Schlag mit
dem Baseballschläger aus, konnte sie aber nicht erreichen. Um ihn zu locken,
hob sie leicht die rechte Hand mit dem Kaleidoskop. Sie konnte - trotz
des Halbdunkels - erkennen, wie sich seine Muskeln spannten. Ein Gedanke
formte sich in seinem kleinen Gehirn, ein fataler Entschluss reifte in
seinem Kopf... er stand etwa einen Meter über Larah, diese Tatsache wollte
er zum Überraschungsangriff nutzen. Er setzte zum Sprung an.
Es gab kein
Zurück, der massige Körper bewegte sich unaufhaltsam auf Larah zu, bewegte
sich unaufhaltsam auf die Nische mit dem Aquarium zu, bewegte sich unaufhaltsam
auf das vergoldete Absperrgitter zu. Larah machte einen kleinen eleganten
Schritt zur Seite und hob die Hand seitlich an ihre rechte Schläfe. Trotzdem
sah sie den wirklich überraschten Ausdruck in den Augen des Dicken - das
war der Moment, in dem er sich seines Fehler bewußt wurde. Er öffnete
noch den Mund, bevor er mit einem schweren, dumpfen Geräusch auf den Spitzen
des Metallgitters landete. Aber kein Ton kam mehr über seine Lippen. Erstaunlich
wenige rote (!) Blutströpfchen drippelten an den vergoldeten Stangen herab....
Ein leise
quietschendes Geräusch erregte Larahs Aufmerksamkeit. Mit Überraschung
stellte sie fest, dass das Gewicht des Opfers einen verborgenen Mechanismus
ausgelöst hatte. Das Gitter wich langsam einen Meter zur Seite und gab
den Zugang zum Aquarium frei. Dass es sich hier um ein rituelles Wasserbecken
handelte, war nun keine Frage mehr. Langsam ging Larah auf das Glasgehäuse
zu....das ihr nun immer mehr wie ein feuchter Sarkophag vorkam....
Aber je näher
sie an den Glaskasten herantrat, desto unschärfer konnte sie sehen. Es
war, als ob jemand langsam eine Kerze nach der anderen ausblasen würde,
mit jeder Sekunde wurde alles um Larah herum dunkler, die Luft wurde beinah
klebrig, es fiel ihr mit jedem Atemzug schwerer, Luft zu holen. Sie verstärkte
noch einmal den Griff um das Kaleidoskop, wollte unbedingt einen Blick
auf den Glassarg werfen, aber jetzt ging das Licht wirklich aus... Um
sie herum wurde alles schwarz, und sie spürte plötzlich einen harten Griff
an ihrer rechten Schulter.
Wie durch Watte hörte sie, wie jemand ihren Namen rief, Partyman schüttelte
sie heftig hin und her... "Wach auf, verdammt nochmal, Herrgott,
wir haben hier einen Job zu erledigen, kannst Dich doch jetzt nicht einfach
so davonschleichen..." Mit einem Satz war Larah auf den Beinen. "Ich
weiß jetzt, was wir hier zu erledigen haben!" Wir müssen alle zusammen
noch einmal zum Bartator-Tempel, ich brauche eure Hilfe!"
"Der
Tempel ist bewacht. Wir müssen sehen, dass wir unerkannt reinkommen."
Bei ihrer Ankunft sahen sie sofort, dass der Haupteingang von mehreren
Schlägertypen dicht umstellt war. Keine Chance hier reinzukommen.
Der Seiteneingang
bot eine Möglichkeit. Aber auf dem Weg um die linke Seite des Tempels
blieb Larah plötzlich wie angewurzelt stehen. "Hinter der Ecke...
Vorsicht..." flüsterte sie. Der Typ hatte sie schon gesehen und sich
- Waffe im Anschlag - wieder hinter den Vorsprung zurückgezogen.
Larah gab ihren Freunden ein Zeichen, unauffällig weiterzusprechen, während
sie sich langsam voranpirschte. Partyman erzählte hektisch belangloses
Zeug, schwätzte über den Typ mit dem Laptop, Niemayer oder wie der hieß
- mit großen Augen schauten alle hinter Larah her, die langsam bis zu
Tempelecke vorging - ein schneller Schritt nach vorne, blitzschnelle Bewegung
nach rechts, "pfft" sank der Kumpel zu Boden. Larah winkte kurz
mit dem Laserpointer (!) nach hinten - "Kommt!"
Böse Überraschung, der Seiteneingang war von zwei Typen bewacht - beinah
ebenso gut wie das Hauptportal.
"Um
sie abzulenken, könntest Du Deine Moonboots anziehen - oder wie heißen
die hohen Stiefel mit den spitzen Absätzen - und hier ein bisschen auf
und ab storkeln..." Vorschlag von Hans, von wem sonst, oder?
Larah konnte
sich ein Grinsen nicht verkneifen. "Gegenvorschlag", sagte sie
knapp. "Wir ziehen ein paar von den Lumpen hier über, jeder wird
uns für eine Schar Phapapop-Mönche halten, die im Tempel etwas Staub wischen
wollen."
Bernhard
sah angewidert auf die grauen Fetzen, die in einer Ecke lagen. Irgendwie
lagen sie nicht so unbeweglich dort, wie er es sich gewünscht hätte, und
bei näherem Hinsehen raschelte es an einer Ecke und ein paar Kakerlaken
streckten ihre Fühler in die staubige nordafrikanische Luft.
"Larah,
äh... Chefin..." ließ sich mit einem Seitenblick auf den Plunder
jetzt auch Norbert vernehmen.
"Na,
also, macht schon! Und denkt dran, Mönche laufen immer mit den Kapuzen
tief ins Gesicht gezogen durch die Gegend. Alles klar?"
Keine Frage,
ging schneller als ich dachte, grinste Larah in sich hinein. Ein Trüppchen
von staubiggrau behängten Mönchen - Kapuzen bis aufs Kinn heruntergezogen
- näherte sich in Trippelschrittchen dem Nebeneingang des Tempels.
Kurz vor
der Tür traten die zwei Schläger nach vorne, um ihnen den Weg zu versperren.
"Meine Güte, das sind doch nur Mönche" ließ sich der eine der
beiden gelangweilt vernehmen. "Nee, hier stimmt was nicht",
sagte der andere, "die Mönche sind immer in Vierertrüppchen unterwegs
- alte Bartator-Tradition. Das hier sind aber fünf!"
"Verdammt,
der Typ kann tatsächlich zählen" ärgerte sich Larah... Aber eh sie
zu Wort kommen konnte, meinte der zweite Wachhund schon, eine weitere
Unregelmäßigkeit entdeckt zu haben. "Jetzt guck Dir das an, einer
von ihnen hat doch tatsächliche eine Flasche Bier am langen Arm!!!".
Glücklicherweise war Hans nicht auf den Mund gefallen. "Der Abt hat
Halsschmerzen. Dagegen hilft nur ein warmes Bier. Und eine sehr sehr lang
getragene Socke". Hans deutete mit der Bierflasche auf seinen linken
Fuß.
Haudrauf
Nummer Eins schien durchaus angetan von diesem Hausrezept. "Hat meine
Oma auch immer gesagt...." fing er an, aber da wurde er schon von
Nummer Zwei unterbrochen. "Mensch, der Kleinere da links hat doch
eine Kippe in der Hand. Seit wann rauchen die Mönche..." Larah trat
Partyman heftig von der Seite auf den Fuß, der daraufhin sofort die Zigarette
nach hinten wegschnippste, aber es war zu spät....
"Das
hätten wir auch gleich haben können", zischte Norbert, als er mit
der von Larah ausgeliehenen Brechstange zum ersten Schwung ausholte. Kurze
Rauferei und der Seiteneingang war sauber.
Alle fünf
traten vorsichtig ins Halbdunkel. Selbst in dieser schummrigen Beleuchtung
war der riesige Bartator, umgeben von den vielen kleinen auf ihn gerichteten
Statuetten, eindrucksvoll.
"Wir
müssen in die kleine Nische mit dem Glas-Sarkophag", flüsterte Larah,
aber Hans war schon halb am güldenen Bartator hochgeklettert. Wild nach
unten winkend setzte er sich auf die rechte, nach vorne ausgestreckte
Hand, als ob er für ein Erinnerungsfoto posieren wollte.
Ein entsetzliches,
kreischendes, mahlendes Geräusch setzte ein - und bevor Larah den noch
Mund öffnen konnte, hatte der Bartator seine Hand zu einer Faust geballt,
und Hans war verschwunden.......
*Annette*
*Hans*
Hans stürzte
nach hinten und rutschte durch eine stockdunkle Röhre nach unten. Nach
ein paar Minuten endete die rasante Rutschpartie abrupt und unsanft in
einem dunklen Raum. Er schnippte sein Zippo an und schaute sich um. Der
Raum war klein und hatte keine Türen. Er versuchte erst gar nicht, irgendwelche
Steine zu verschieben, denn das konnte nur Larah. Er überlegte: "Da
sind noch drei Biere und ein paar Zigaretten. Wenn sie mich nicht bald
finden wird es ernst." Sein Schicksal war in Larahs Hand.
Die Freunde
standen verblüfft vor der Statue des BARTATORS, und Norbert rief: “Hinterher,
wir können ihn doch nicht allein lassen!"
Aber Larah
meinte: “Nein, das geht nicht. Die Faust geht nicht mehr auf."
Betrübt sahen
sie sich an. Partyman lächelte plötzlich und sagte: “Bestimmt wurde er
direkt von der Hand der Statue in die nächste Kneipe gebeamt." Und
obwohl da der Wunsch der Vater des Gedankens war und er nicht so recht
daran glaubte, schaute er leicht sehnsüchtig auf die geballte Faust des
BARTATORS, und er bekam einen tierischen Durst.
Besorgt um
ihren Freund - und voller Hoffnung, ihn bald wiederzufinden - gingen sie
auf die Nische mit dem gläsernen Sarkophag zu, den sie durch das Kaleidoskop
schon andeutungsweise gesehen hatte. Jetzt war sie besser ausgerüstet
und machte die große Maglite an. Der goldene Zaun war verschlossen aber
sie wusste ja, wie der Mechanismus funktionierte und drückte von oben
darauf. Der Zaun glitt zur Seite, und Larah und ihre Freunde standen vor
dem Glas-Sarkophag.
Es stank bestialisch. Der Sarg war gefüllt mit einer wabernden, grün schimmernde
Flüssigkeit. Darin schwamm der Kopf eines Stieres. Bei näherer Betrachtung
stellte sich heraus, das im Boden des Sarges eine Öffnung war.
"Jungs,
wir müssen da durch!" sagte Larah und stieg in den Sarg. Da sprach
der Stierkopf: "Küss mich, ich bin ein verwunschener Haarfön."
Larah sah den Stierkopf erstaunt an. Die Mission Megahart wird immer verrückter,
dachte sie. Aber einen Haarfön hatte sie auf der langen Reise schon schmerzlich
vermisst. Sie überwand ihren Ekel und nahm den Stierkopf bei den Hörnern
- puuuhhh hatte der Mundgeruch. Aber sie wollte unbedingt einen Haarfön
haben, deshalb küsste sie den Stier - pfffffffrrrrrrrrttt - zisch - knall
- aus dem Stierkopf wurde ein Rasierapparat - er hatte gelogen.
Enttäuscht
wollte sie das Ding schon wegwerfen, überlegte sich aber, dass ihr vielleicht
mal ein Damenbart wachsen könnte und sie dann ganz glücklich miteinander
leben könnten und steckte den Rasierapparat in ihr Inventory. Dann tauchte
sie in die glibbrige, schleimige Brühe.
Die Freunde
folgten nur widerwillig, aber sie tauchten unter und glitten durch die
Öffnung. Mit kräftigen Schwimmzügen durchtauchten sie einen kurzen Gang
und kamen in einem halbwegs sauberen Wasserbecken wieder an die Oberfläche.
Der Raum war mit kostbarsten Gegenständen förmlich überladen. An einer
Wand war eine goldene Türe und daneben standen komische Zeichen an der
Wand. Sie betrachteten die Zeichen genauer, und Bernhard sagte: "Das
sieht aus wie der Stadtplan von Bremerhaven." Larah lächelte und
las die Hieroglyphen laut vor:
"Wer
die ewige Ruhe des Pharao Phapapop, Sohn des Rê, König des Oberen und
Unteren Ägypten, gestorben im vierten Mond der Überschwemmung, zehnter
Tag 1399 vor Chr., stört, wird dazu verdammt 24 Stunden am Stück 'Gute
Zeiten, schlechte Zeiten' anzuschauen"
Das war also der Fluch des Phapapop - wirklich grausam. Sie sahen sich
alle betroffen an.
Bernhard
meinte: "Na ja, wenn's mit Werbeblöcken ist, geht's vielleicht."
Aber Norbert fing an zu würgen.
Partyman
hatte einen Vorschlag: "Wenn wir unsere Schuhe ausziehen, stören
wir den alten Knaben vielleicht nicht, und wir kommen ungeschoren davon."
Und Norbert
sagte: "Ja, und die Waffen legen wir auch ab. Dann sieht er, dass
wir in friedlicher Absicht kommen."
Die spinnen,
dachte Larah. Aber sie hörte auf den Rat ihrer Freunde und legte Schuhe
und Waffen ab. An dieser Stelle wird Franty seine Playstation zum Fenster
rauswerfen, dachte Larah und musste lächeln.
Bernhard
fragte: "Was haben eigentlich Phapapop und Bartator miteinander zu
tun? Ich meine, warum liegt Phapapop im Tempel des Bartator?"
"Ganz
einfach", dozierte Larah, "Das waren Brüder, aber keiner hatte
Lust auf das Regieren. Sie wechselten sich jährlich als Pharaonen ab.
Die beiden, die Alkohol als Teufelssaat betrachteten und in unermüdlichen
Exorzismen dagegen zu Felde zogen....."
Partyman
unterbrach: "....soll heißen, die soffen wie die Löcher!"
Larah seufzte:
"Du bringst das auf den Punkt, Partyman. In der Amtszeit von Bartator
wurde das Bier für das gemeine Volk freigegeben, deshalb bauten sie ihm
einen Tempel. Phapapop starb im Delirium bei der Tempel-Einweihungsfeier
und behauptete bis zum Schluss, durch seinen Stab in die Zukunft sehen
zu können. Bartator überlebte nur wenige Stunden, weil er den Stab ausprobieren
wollte und eine vollbusige Göttin orakelte, die irgendwann mit ein paar
Anhängern in diesem Tempel erscheinen würden. Die Priester damals glauben
ihm kein Wort und brachten ihm den Becher des Todes. Zu dieser Zeit waren
vollbusige Göttinnen nicht gefragt. Aber die Geschichte ist nur eine Legende
und ...... ähhhh ..... hhhmmm .... (*nachdenk*) - na ja, so war das halt
damals."
Sie öffneten
die goldene Türe und betraten einen weiteren mit Gold verzierten Raum.
Plötzlich gefror ihnen das Blut in den Adern - ein schauriges Geräusch
erfüllte den Raum
AAA
BAAAAAAHHHH
BAAAAAAAAAHHHH
BAAAAAAAAAHHHH,
BAAAAAAAAARBAAAAAAAARAAAAAHHHHHH-AAAAAANNNNNN.
Die Laute kamen aus einem kleinen Lüftungsschacht am Boden. Sie beugten
sich darüber und lauschten. “a Ba Ba Ba, Barbara-Ann" kein Zweifel,
das war Hans - er lebte. Sang fröhlich ein Lied von den Beachboys vor
sich hin.
Ein Stein
fiel Larah vom Herzen. “Na, dem geht's offensichtlich gut", lachte
sie.
Partyman
brüllte durch den Schacht: “Halt's Maul, du Hirsch, sag uns lieber wo
du bist!"
Der Gesang
verstummte - keine Antwort. Sie durchquerten den Raum und betraten eine
schmale Treppe, die nach unten führte.
Loooooooovvvveeeeeeee
mmmmmmeeeeeeee teeeeeennnndeeeeeerrrr - klang es nun, genauso schaurig
wie vorher. Aber es wurde leiser und somit erträglicher.
"Jetzt
müssen wir uns beeilen. Der wird melancholisch", sagte Larah.
Aber sie
mussten noch durch viele lange Gänge und noch mehr endlose Stufen nach
unten. Jetzt hatten sie schon ½ Stunde nichts mehr von Hans gehört, und
sie machten sich wieder Sorgen. Sie kamen am Ende eine schmalen Ganges
an und hier war offensichtlich Schluss - Sackgasse.
Larah bückte
sich und drückte einen Stein nach vorne - äääähhhhh - und noch mal - ääääähhhhh.
Sie betraten den Raum, als sich der Stein wie von Geisterhand zurückbewegte.
In dem kleinen
Raum stand in der Mitte ein goldener Sarkophag. Darin lag eine Mumie -
erschrocken traten sie einen Schritt zurück.
Plötzlich
bewegte sich die Mumie, und Larah konnte hinter sich das klappern der
Zähne ihrer Freunde hören. Es war ein gespenstischer Anblick, als sich
die Mumie langsam aufrichtete. Im Strahl der Maglite konnten sie sehen,
wie sich die Augen in dem kleinen Sehschlitz der zerfledderten Mullbinden
öffneten.
Die starren
Augen der Mumie blickten Larah direkt an und, sie bekam eine Gänsehaut.
Und das alles ohne Waffen. Das Zähneklappern hinter ihr wurde lauter.
Jetzt konnte man sehen, wie die Mumie den rechten Arm hob und wie sich
die Lippen unter den Binden bewegten:
"MOIN
MOIN, habt ihr ein Bier für mich?" fragte die Mumie.
"HANS,
du Spinner. Was machst du in dem Sarg und was soll das mit den Binden?
Du hast uns zu Tode erschreckt." rief Larah, aber aus ihrer Stimme
war Freude und Erleichterung herauszuhören.
"Mir
war saukalt und deshalb habe ich mich mit dem Zeug eingewickelt. Außerdem
finde ich das Outfit todschick, das wird bestimmt die neueste Herbstmode.
Na ja, dann habe ich 'ne Runde geknackt, ihr habt ja ewig gebraucht. Was
ist nun mit dem Bier?" sagte Hans und wickelte sich die Binden vom
Kopf und Leib.
Plötzlich
kam durch die Rutsche ein kleines, dürres Männchen mit Turban und Wickelrock
angesaust und rief überglücklich: "Elvis lebt!!!"
Larah betrachtete
den kleinen Kerl verdutzt und sagte: "Das ist Hans - der lebt. Wer
bist duuu denn?"
"Ich
sein Ali Ben Diel, Hausmeister in Tempel. Ich gehört Elvis. Sofort springen
und kuck nach Elvis. Aber Gangster mich fangen und ich kämpfen und wegspringe.
Deshalb so spät. Wo ist Elvis?" sagte das kleine Männchen.
"Dann
bist Du der Freund von barx. Er hat mir von Dir erzählt, du hast eine
Kassette mit seiner Musik. Deshalb haben dich die Gangster auch angegriffen."
sagte Larah.
"Ja,
ich sein Freund von barx und seine Fan. Er singen fast so gut wie Elvis.
Wo ist barx und wo ist Elvis?" fragte der Kleine ganz aufgeregt.
"Ach
barx suchen wir selber, und Elvis ist tot. Liegt in Memphis." sagte
Norbert, und sie stellten sich alle dem kleinen Ali vor.
"Gut"
sagte Ali, "wir fahre Memphis. Ist nicht weit."
Norbert verdrehte
die Augen und brummte: “Nicht im altägyptischen Memphis, sondern im US-Staat
Tennessee."
Der Kleine
war sichtlich enttäuscht.
"Hast
du die Kassette von barx noch, und wo hast du die Gangster getroffen?"
fragte Larah den kleinen Ali.
"Kassette
immer hier sein bei meinem Walkman, Gangster sein oben bei Statue von
alte Bartartor. Komme mit." Und Ali legte einen verborgenen Schalter
um und die Rutsche verwandelte sich in eine Treppe. Er übergab Larah ihre
Waffen die er unterwegs gefunden hatte und sie stiegen die steile Treppe
empor.
Ali ging
neben Hans und fragte diesen: "Du Hans, wie kann sein, das ist Elvis
tot und in USA? Ich gehört Elvis in Radio-Cairo!"
"Tja...."
sagte Hans und kratzte sich am Kopf, "weiß auch nicht so recht",
und er betrachtete den kleinen Tempelhausmeister voller Verwunderung.
Also, barx hat schon seltsame Freunde, dachte er.
"Aber
Elvis ist wirklich in Memphis, Tennessee."
"Gut,
wenn fertig mit Gangsterei, wir fahre Memphis!" erwiderte Ali Ben
Diel.
Partyman
und Hans sahen sich an und lachten laut.
"Psssssssst!!!"
zischte Larah. Sie erreichten das Ende der Treppe und befanden sich nun
im inneren der Statue des Bartator. Larah spähte von innen durch ein Glubschauge
der Statue in den großen Raum. Unten sah sie Übner mit seinem Schlägertrupp.
Von barx keine Spur.
Übner schrie
seine Schläger an: "Warum habt ihr den Wicht laufen lassen, ihr Stümper?
Los, ausschwärmen und suchen. Bringt mir den Kerl oder die Kassette."
Einer der
Schläger sagte: "Kein Problem, Boss. Aber wie geht es dann weiter?"
"Danach
fliegen wir nach Kreta zu diesem Costa Krokodilis, und dann geht’s nach
Bali zu diesem Thaki Sching Sing, die beiden haben auch noch Kassetten.
Also geht jetzt los. Ihr zwei da kommt mit mir, wir fahren in das Haus
von Ali Ben Diel und durchsuchen es - und dann warten wir bis der Kerl
kommt und drehen ihm den Hals um."
Ali schluckte
hörbar und faßte sich an seinen dürren Hals. "Nix fahre nach Hause,
fahre Memphis."
*Hans*
*Partyman*
Kreta
und die Wirkung des geheimnisvollen Getränkes
Hans fasste Ali Ben Diel auf die Schulter, und ein Satz kam über seine
Lippen: "Ali, dafür dass du uns die Kassette gegeben hast, bringe
ich dich nach Memphis, versprochen."
"Wie
denn?" fragend schaute der kleine laufende Meter Hans an, der nur
ein lockeres "Trust me" von sich gab, während er seine dunkle
Sonnenbrille aufzog.
"Chef!"
hastend stolperte ein Schläger Übners in den großen Raum. "Wir wir
brauchen nihicht määhr zu dem dem dem Haus von Ali Ben Diel... der Vogel
iiist ausausgeflogen nach Kreta."
"Woher
weißt du das?" brüllte Übner.
"Dahas
kaam gerade üüber dahas Satelliten Notebook rein voon uunserem Außenposten
- lesen Sie, Chef."
>>Ali
Ben Diel hat soeben den Flughafen Kairo Richtung Kreta verlassen - Schönen
Tach und schönes Leben - Gruß - Euer treu ergebener Spion Salib<<
Hans, Partyman,
Bernie, und Norbert schauten verdutzt Ali Ben Diel an während Larah locker
das Notebook vom Niemayer mit einem leisen *schnapp* schloss. "So
Jungs - erledigt!"
"Larah,
wie hast du...? "
Ich habe
Cybill kontaktiert. Ihr wisst doch, das Computergenie aus
L.A....
"Wer?"
"Jungs,
Ihr wisst doch noch, wo wir..." In diesem Augenblick stürmte die
Übner Truppe aus dem Raum heraus........
"O.k.
Jungs, bringt ihr Ali Ben Diel außer Landes, ich bleibe bei Übner bevor
er Costa Krokodilis aufspürt..."
"Machen
wir, Larah" sagte Bernie, während er seine Brillengläser mit seinen
neu erworbenen 'Mach-mich-sauber-Brille-Tüchern' reinigte.
Larah kroch
durch einen Spalt unterhalb des Glubschauges hinab auf einen Felsen. Seitensprung,
vorwärts und *uff* - sie war auf dem Boden und verschwand in dem selben
Ausgang, wo auch Übners Truppe verschwand.
Draußen musste
sie mit ansehen, wie Übner und seine dunklen Mannen in einem dunklen Van
davonbrausten.
"Verdammt"
fauchte sie.
Ein Blick
- eine Lösung: Wie durch ein Zufall (wirklich nur ein Zufall) stand zwei
Schritte neben ihr Rudi, das Rennkamel, bekannt aus Funk - Fernsehen -
Musikkassetten und Litfaßsäulen.
Mit einem
lässigen Sprung schwang sich unsere Heldin auf das Rennkamel und nahm
die Verfolgung mit einem Höllentempo auf, das es nur so staubte.
Doch zurück
zu unseren Freunden die auch bereits den Weg ins freie gefunden hatten:
"Komm
Bernie, wir müssen zurück ins Office", sagte Norbert "unsere
neuen Hyper-Waffen sind angeliefert worden. Hans, Partyman wir treffen
uns in Iraklion auf Kreta in genau 202 Mikronen."
Hans? Wo
ist Hans? Da kam er, durch den heißen Sand gelaufen, vom Fluß her....
"Hans
wo ist Ali Ben Diel?"
"Ach
wisst ihr, ich habe meinen Versprechen gehalten... und Ali Ben Diel am
Nil ins Körbchen gesetzt und Richtung Memphis geschickt"
Partyman
brach vor Lachen zusammen in dem Gedanken den halben abgebrochen Meter
in dem Körbchen zu sehen "Fahre nach Memphis.. fahre nach Memphis...."
"Ok,
See you later…" waren Norberts letzte Worte bevor er mit Bernie im
brennenden heißen Wüstensand verschwand.
"Hans
du hast doch nicht wirklich den Ali..."
"Doch."
Und Partyman
bog sich erneut vor Lachen... "Memphis... pffft ha ha…."
"Komm wir machen uns ebenfalls auf den Weg, Partyman" sagte
Hans und ging Richtung Nil. Dort packte er aus seinem Hans-Durchhalte-Überlebungsrucksack
neben einigen Bierflaschen und Marlboro-Schachteln sein Ersatzkörbchen
aus. "Auf geht's nach Kreta, Partyman."
"Hans
du willst doch nicht...."
"Doch
Partyman, doch..." in einem dunklem Abendrot Richtung Kreta verschwand
das Körbchen mit unseren zwei Sonnenbrillen tragenden Überlebenskünstlern
am Horizont.
Zurück zu
unserer Heldin:
Die Verfolgung
endete am Hafen von Alexandria. Gerade sah sie noch, wie Übner und seine
Truppe auf einem Dampfer mit dem Namen 'Orang Utan Klaus' verschwanden.
Was für eine
blöder Name für einen Dampfer dachte sie. "Verdammt der Kahn legt
ab..."
Mit einem
"Danke Ruuuuudi" ließ sie das verdutzte Kamel im Hafen stehen
und sprang mit weitem Anlauf über drei Hafenkisten genau an die Pranke
des Dampfers. Mit einem Ääääh zog sich Larah auf das Deck des Dampfers.
Keine Spur von Übner und seinen Schlägern.
"Ich
glaube, ich suche mir ein ruhiges Plätzchen" dachte sie und verschwand
durch eine Luke unter Deck.. Eine Zeitlang unterwegs auf den Weiten des
Mittelmeers, schaute Larah gelangweilt aus dem Bullauge und traute ihren
Augen nicht.
Sie sah einen
halben abgebrochenen Meter in einem Körbchen vorbeischwimmen, der stammelte
"... fahre nach Memphis... fahre nach Memphis". Mit einem Kopfschütteln
kam ihr nur ein leises "Hans" über ihre Lippen.
Die Sonne
hatte bereits ihre ganze Fülle ins Meer getaucht als Sie von der Ferne
zwei bekannte Stimmen singen hörte: "Sieben Fässer Wein können uns
nicht gefääährlich sein... laallaaa..."
Hans? Partyman?
"Wir
machen durch... Kommt Freunde, seid bereit... Wie schön ist die Junggesellenzeit..."
Sie konnte
nichts erkennen (schließlich hatte die Sonne ihre ganze Fülle bereits
ins Meer getaucht - also -> es war stockdunkel).
Müdigkeit
überkam unsere Heldin, die erst durch einen lautes *knnnnrrrrrr* geweckt
wurde. Sie schaute mit kleinen müden Augen durch das Bullauge: Der Hafen
von Iraklion, KRETA.
"Verdammt",
murmelte sie. "Wie lange haben wir den schon angelegt?" Mit
einem Schlag war sie hellwach. Larah kletterte aus dem Unterdeck heraus
mit nur einem Gedanken: Ich muss vor Übner Costa Krokodilis finden.
Währenddessen
auf der Höhe der kanarischen Inseln im Atlantik in einem Learjet auf den
Weg nach Kreta:
"Du
Norbert..."
"Was
denn, Bernie?"
"Ich
glaube, da unten in einem Körbchen da ist..."
"Ja
was denn?" grummelt Norbert.
"Ali
Ben Diel"….
"Bernie,
nimm deine 'Mach-mich-sauber-Brille-Tücher' oder besorg dir 'ne neue bei
Vielmann"
"Ali
Ben Diel hier..." seufzte Norbert kopfschüttelnd, "mitten im
Atlantik..."
Zurück zu
unserer Heldin:
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