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Level 9 Bali

Wegen einem Sturm mussten sie in Thailand zwischenlanden, und so kamen sie erst um 23.00 Uhr in Singaraja an. Jerry Cottonfields war schon da und empfing sie ganz unauffällig mitten auf dem Flugfeld stehend mit einem freudigen Grinsen. Von ihm erfuhren sie, dass barx kildo ganz in der Nähe der Stadt in einer Lagerhalle untergebracht war und Übners Leute sie erst von den Strapazen des Fluges erholen wollten, bevor sie weiter Schritte planten. Da ihr Boss nicht anwesend war, sahen die Jungs das etwas lockerer, was unseren Helden natürlich gerade recht war.

Larah teilte ihre Truppen ein: “Bernhard und Norbert, ihr kommt mit mir. Wir holen barx jetzt da raus. Jetzt ist Schluss mit lustig. Partyman und Hans, ihr kümmert euch um den Freund von barx,  diesen äh... wie hieß der nochmal... äh.... Thaki Sching Sing. Passt auf, das ihm nichts passiert."

Und so trennten sich die Raiders in ihrem unermüdlichen Kampf um das Gute und schritten dahin voller Tatendrang. Partyman und Hans grinsten bis über beide Ohren, denn Thaki Sching Sing war der Wirt von der Kneipe "Hui Pfui Wau", was auf deutsch etwa heißt "Zum schmierigen Löffel".

"Ob's do a Weißbier gibt?" fragte Partyman.

"Klar, mein Alter. Was sollen die hier sonst trinken?" überzeugte Hans. Sie mieteten sich zwei Chopper und kurvten beschwingt in die Stadt und sangen dazu "When I was a little pretty baby..."

Thaki Sching Sing stand gerade an seinem Herd und rührte mit einem glücklichen Summen auf den Lippen in einem großen Topf Hundegulasch, als drei Dinge gleichzeitig passierten.

Eigentlich geschahen Millionen Dinge gleichzeitig. Da war zum Beispiel der Mann in Tokio, der in dem selben Augenblick in die U-Bahn einstieg, als ihm draußen seine Traumfrau begegnete, oder das kleine Mädchen in Mombasa, das ein Fünfmarkstück fand und es für eine Kronkorkendeckel hielt und es in einen Mülleimer warf, oder die zwei Wassertropfen, die unbemerkt von der kompletten Menschheit, über der Sahelzone niedergingen und beim Aufprall auf einen heißen Felsen sofort verdampften. Aber das sind alles Dinge, die mit unserer Geschichte nicht das geringste zu tun haben und daher auch nicht alle einzeln aufgezählt werden sollten, weil wir ja irgendwie auch mal zum Schluß kommen sollten mit dieser Mammutgeschichte... ähh... wo war ich?

Ach ja, die drei Dringe die im "Schmierigen Löffel" gleichzeitig passierten.
1. Partyman und Hans betraten die leere Kneipe durch den Vordereingang.
2. Zwei zwielichtige, verkommene Kerle aus Übners Bande betraten durch den Hintereingang die Vorratskammer.

und

3. das Telefon läutete.

Da Thaki von 1. und 2. nichts mitbekam, griff er zum 3. - nämlich dem Telefon. Es war Alfons Latschenbeck aus München, der ihn anflehte: "Thaki, irgendwas fehlt in meiner Rinderbrühe". Das Bild teilte sich, und die beiden standen nun nebeneinander. Thaki fuhr mit seinem Löffel in die Rinderbrühe von Alfons, der dümmlich dazu grinste. "Puhh", machte Thaki und schnappte sich eine Dose Knorr-Instant und eine Flasche Maggi und ging rüber zu Alfons in die Küche.

Da unsere beiden Helden niemanden vorfanden, der bereit gewesen wäre ihnen ein Weißbier einzuschenken, marschierten sie schnurstracks in die Küche, wo sie nur einen zufrieden vor sich hinschmurgelnden Gulaschtopf vorfanden. Hans rührte mal eben um und wollte nur mal kurz probieren, als aus der Vorratskammer die zwei Schläger auftauchten.

"Wer von Euch ist Thaki Sching Sing?" fragte einer. Hans blickte ihn über den Kochlöffel hinweg an und sagte gar nix. Partyman betrachtete seine Fingernägel und brummte: "Der is net do", was die Kerle für Balinesisch hielten und sich verständnislos anglotzten.

"Euch kenn' ich doch!" brüllte plötzlich der eine und stürzte sich mit geballter Faust auf Partyman, der geistesgegenwärtig eine Bratpfanne vom Herd holte und vor sich hin hielt. *DOING*

"Autsch, verdammt noch mal" schrie der eine und krümmte sich vor Schmerzen, was Partyman dazu benutzte, ihm noch mal eine mit der Bratpfanne überzubraten.

Bevor der andere Schläger überhaupt auf dumme Gedanken kommen konnte, schnippte Hans den Kochlöffel in seine Richtung, und ein paar heiße Gulaschbrocken flatzten dem anderen aufs Hemd. Die Soße ätzte den Stoff weg und brannte sich tief in die Haut des Halunken, der wie am Spieß zu schreien anfing. Die beiden Ganoven stürzten Richtung Fenster, und Partyman und Hans versohlten ihnen mit Pfanne und Kochlöffel bewaffnet den Hintern, als plötzlich Thaki Sching Sing wieder in seiner Küche auftauchte. Er beobachtete amüsiert und gespannt, wie die Gangster durch das Fenster geprügelt wurden.

Danach lud er die beiden Helden, die so unerschrocken seine Küche verteidigt hatten, zu einem Glas Kirschblütentee ein. Partyman und Hans erzählten ihm was vorgefallen war und schilderten wie beherzt sie sich der Übermacht stellten und brachten Thaki tatsächlich dazu, sich das Telefon zu schnappen und irgendwoher Weizenbier aufzutreiben.
"Und ihr sagt, barx ist in Singaraja?" fragte Thaki voll freudiger Überraschung.

Hans erwiderte "Ja, der wird gleich hier sein, Larah wird ihn schon irgendwie raushauen. Wir warten hier einfach bis sie kommen. Geh, schenk' nochmal ein..."

*Hans*


*Kathi*

Während sich Hans und Partyman in der Kneipe von Thaki Sching Sing amüsierten, waren Larah, Norbert und Bernhard gerade auf dem Lagerhallengelände angekommen. Da dieses ziemlich groß war, hieß es jetzt erstmal, die Lagerhalle zu finden, in der barx kildo gefangengehalten wurde.

Sie schickte Norbert nach links, Bernhard nach rechts und ging selbst geradeaus weiter, um das Gelände zu begutachten. Nachdem sie die erste Lagerhalle inspiziert hatte, wo absolut nichts zu finden gewesen war, kam auf einmal ein ziemlich aufgeregter Norbert auf sie zugelaufen.

"Larahhhhhh!... Ich, ich hab ihn!" sagte er nach einer kleinen Verschnaufpause.

"Na gut! Wo ist Bernie?"

Norbert drehte sich zu allen Seiten um. "Keine Ahnung."

Larah: "Sag mal, warum hast du mich eigentlich geholt? Das hättest du doch selber machen können, oder?"

Norbert sah sie ungläubig an. "Nee, das hätte ich nicht alleine machen können. Komm!"

Larah war gespannt was sie erwartete, dass sogar Norbert veranlasste, irgendwas nicht selber zu machen.

Als die beiden vor dem Tor der besagten Halle standen, war klar, was er gemeint hatte. Es war nämlich per Computerschloss abgesichert.

"Verdammt, wenn man Bernie mal braucht ist er nicht da!" zischte Larah vor sich hin. Dann gab sie Norbert den Auftrag, Bernhard zu finden.

Als sie alleine war, ging Larah um die Halle herum. Kein Schlupfloch... kein geheimer Eingang?  Das war's! Sie  könnte sich doch einen Tunnel graben... diesen Gedanken verwarf sie so schnell wieder, wie er gekommen war... erstens war sie kein Erdmännchen und zweitens, wenn sie die Jungs so sehen könnten, wo sie doch sowieso überwacht wurden...

Larah musste an diesen Jerry Cottonfields denken. Sie war sich immer noch nicht im Klaren darüber, was sie von ihm halten sollte. Stattdessen dachte sie lieber an ihren Toasterman.

"Äh, Larah? Du, Larah?" Sie schreckte aus ihren Gedanken hoch. Vor ihr standen Norbert und Bernie, die sich ein Grinsen nicht verkneifen konnte, weil Larah echt verstört aussah. Doch sie fing sich sofort wieder und ging wieder zum Tor.

Bernhard beäugte das Sicherheitsschloss und meinte dann: "Ich kann’s versuchen, garantiere aber für nichts!"

Larah blinzelte in die Sonne. Was war das denn? Ein blauer, ziemlich schrottreifer VW-Transporter kam gerade den holperigen Weg zur Lagerhalle heraufgefahren. Sie schnappte ihre Leute am Kragen und zog sie mit sich wieder hinter die Halle...

Und wirklich. Es waren zwei von Übners Leuten.

Norbert flüsterte: "Mach sie kalt, Killerqueen!"

"Nein, erst wenn sie das Tor aufhaben!"

Bernhard denkt: "Klingt echt vernünftig!"

Als die beiden Schläger in die Lagerhalle eingetreten waren, schlichen sich Larah und die anderen von hinten an und *bang, bang (you’re dead)* waren sie einmal. Sie schaute erstaunt in die gähnende Leere der Halle. "Uuups? Doch falsch?"

Norbert und  Bernie suchten nach Beweisen...oder was auch immer.... Larah hingegen trat immer weiter ein, bis auf einmal der Untergrund nachgab und sie in ein *ahhhhhhhhh* scheinbar bodenloses Loch fiel. Dann ging es *platsch*, und Larah durfte mal wieder ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen, dem Tauchen!

Als sie endlich auftauchte und nach Luft schnappte, kletterte sie ans Ufer. Und gerade noch rechtzeitig, wie sich herausstellte, weil gerade ein Krokodil ankam, das nicht sehr friedfertig aussah. Larah zückte ihre Desert Eagle und wollte dem Krokodoc den Garaus zu machen, als das zu ihr an Land kam und anfing zu sprechen!

"Suchst du barx kildo?"

Larah [immer noch erstaunt darüber, das in diesem Abenteuer sogar Tiere sprechen könnten (siehe Känguruh)] - nebenbei war das Krokodil echt hässlich...

"Ähm, ja eigentlich schon!"

"Dann folge mir, ich bin froh, das den Typ endlich wer abholt. Lange hätte ich sein Gejaule nicht mehr ausgehalten!"

Erstaunt folgte Larah dem Krokodil, dass sie allen ernstes zu barx kildo brachte. Er saß in einer Ecke und zwar ziemlich leblos! Was jetzt? Mission fehlgeschlagen? Larah versuchte ihn wachzurütteln.

Endlich schlug er die Augen auf. "Larah! Du? Na endlich! Hossa!"

"Ja, genau, na endlich!" meldete sich das Krokodil noch mal zu Worte, bevor es abtauchte und verschwand!

Larah half barx hoch und die beiden gingen in die Richtung, wohin das Kroc verschwunden war.  

*schrabschrabschrab* Larah war gelangweilt. Schon wieder Ratten? Sie nahm ihre Waffen und ging weiter, doch zu ihrer Überraschung waren es keine Ratten, sondern ihre über alles geliebten Springspinnen!

"Ihr hättet lieber bei TR2 bleiben sollen!" meinte sie und schoss so lange auf die Viecher bis sie sich auflösten.

barx und Larah waren endlich wieder über der Erde waren und hatten Bernie und Norbert aufgesammelt, die übrigens immer noch fasziniert über dem Loch standen, in das Larah gefallen war...

Larah, barx, Bernhard und Norbert nahmen kurzerhand den VW-Transporter von Übners Schlägern und fuhren zum "Hui Pfui Wau", dem "Schmierigen Löffel".

Dort angekommen hatte sich das Lokal beträchtlich gefüllt - ob das an den beiden Stimmungsmachern Partyman und Hans lag? Larah kämpfte sich durch eine Truppe Rentner, die alle in den abgeschotteten Teil des Lokals strömten.

Sie brauchte nicht lange, bis sie ihre beiden "Experten" gefunden hatte. Partyman, wie immer umschwärmt von irgendwelchen Schneckis und Hans unterhielt sich bei dem "werweißwievielten" Weißbier sehr angeregt mir einem Mädchen. Als Larah mit den anderen ankam, verzogen sich alle Tussis außer Hans seiner und Partyman’s Favoritin. Als alle an dem runden Tisch Platz genommen hatten, kam Thaki an den selbigen und begrüßte barx mit einer beherzten Umarmung, die ihn allen Anschein nach fast erdrückte

Er rief seinen inzwischen ihm liebgewordenen Gästen voller Elan zu: "Jetzt feiern wir eine Fiesta Mexicana!"

Dann wandte sich  Larah Hans zu. "Wie ich sehe, habt ihr euren Auftrag ja erfüllt, sehr schön!"

Hans wollte etwas sagen, doch er schaute erstaunt zur Tür.

"Hi Leute!" Cybill war angekommen. "Wieder einer mehr", meinte Larah und bestellte bei Thaki ein Bier. Die Party fing erst richtig an... denn: nach einigerer Zeit hatte sich barx so zulaufen lassen, dass er erstmal anfing, seine großen Hits rauszuschmettern.

Für Larah klang das alles wie ein Endlosmedley. Und sie hielt sich die Ohren zu, was aber auch nichts mehr nützte, als Partyman mit einsetzte. Larah dachte noch so bei sich: "Hans, dein Einsatz", doch der war so beschäftigt mit dem rothaarigen Girl, das ihm nicht mehr von der Seite wich, zu flirten, dass ihn das alles scheinbar gar nicht interessierte.

Der Krach hatte noch immer nicht aufgehört, also stand Larah auf, ging zu Thaki und meinte, ob er die beiden Rabauken nicht irgendwo einsperren könnte, um endlich Ruhe zu haben. Doch Thaki hatte eine bessere Idee!

Er zerrte die beiden in den Saal, wo sich die hyperaktiven Rentner aufhielten. Die nach den ersten Stücken ganz begeistert applaudierten und nur noch “Zugabe!” riefen. Na endlich taten die mal was sinnvolles! Larah ging wieder an den Tisch zurück und besprach mit denen, die noch nicht besoffen waren, oder sich anderweitig beschäftigten, die Lage...

"So, und nun?" Sie wurde von allen ratlos angestarrt, wie schon so oft.

"Naja" machte Larah, "Wird wohl daran liegen, dass wir schon so viele Strapazen hinter uns haben"... Sie schaute zur Tür und war auf einmal erleichtert, denn ein "unauffälliger Herr mit offenem Trenchcoat.... (and so on)...

 Jerry Cottonfields beäugte die Truppe mit einem Gesichtsausdruck aus einem Mix von Ehrfurcht und Ironie. "Sie haben es also geschafft, Larah! Bin beeindruckt, aber wo ist barx?"

"Wo er ist? Er hat gerade einen Anfall von Stage Diving gehabt und sich unters Volk gemischt!" grinste Norbert

Larah lies ihn links liegen und sagte: "Nur die CD haben wir noch nicht!"

"Gut, gut, die können sie auch gar nicht haben. Wir haben nämlich von einem Informanten erfahren, dass sich das Teil in Tibet befindet."

Larah seufzte. So langsam hatte sie es satt, quer um den Globus zu reisen, aber sie näherten sich ja langsam dem Ende.

Mr. Unauffällig sagte noch: "Wir sehen uns in Tibet." und verabschiedete sich. Er ging so unauffällig, wie er gekommen war. Das konnte er wirklich gut!

"Wenn ich mich vielleicht auch dazu äußern dürfte?" meinte Hans' rothaarige Bekanntschaft. Larah musterte sie endlich genau: 1,78 groß, höchstens 16. Was wollte Hans denn nur mit ihr?

"Ich habe in Tibet Bekannte, die könnten euch helfen!"

Hans meinte zu ihr: "Aber du kommst mit, Kathi!" und sah Larah bittend an. Die sagte natürlich nicht nein, schließlich könnte sie ja nützlich sein....

Thaki entließ gerade die swingenden Rentner, die in absoluter Partylaune waren und unbedingt noch irgendwo was losmachen wollten. Larah musste schmunzeln. Eine dreißigköpfige Rentnerbrigarde, die um 0.30 noch Kekse und lauwarmen Kaffee haben wollten?

Partyman und barx torkelten aus dem Saal, quetschten sich zwischen die anderen und wollten unbedingt noch ein Bier. Da das aus war, weil sie vorher schon alles ausgeleert hatten, setzte Thaki ihnen eine Landesspezialität vor - und siehe da, sie waren ruhig.

Schließlich gingen um nicht mehr messbare Uhrzeit alle schlafen. Am nächsten Morgen fanden sich zum Frühstück alle zusammen. Dann hieß es ab ins Flugzeug und nach Tibet. Dort angekommen...