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Kitty Hawk - Survival
Instinct
Autor: Chris
Bewertung: 2 - 3
Vertrieb: JoWood
Entwickler: Similis (Deutschland)
Erscheinungsjahr: 2002
Plattformen: PC
Systemanforderungen PC: Win 95/98/ME, NT/2000/XP, 500Mhz, 128MB RAM, 16MB
3D-Karte D3D, 500 MB Festplattenspeicher, Sound: DX zertifizierte Soundkarte,
DX8
Genre: Action-Adventure
USK-Freigabe: Ab 16
Blutjung, blutblond und blutgut
ist Kitty Hawk. Obwohl noch keine 25 Jahre alt, darf sie beim amerikanischen
Militär schon mit Hubschraubern durch die Gegend düsen und gefährliche
Einsätze fliegen. Bei einer Mission über einer Insel wird sie
dummerweise abgeschossen, und ihr Kumpel Jeffreys kommt dabei anscheinend
um.
Von
nun an ist Kitty auf sich allein gestellt. Die Insel wird von einem
durchgeknallten
Colonel kontrolliert, der sich mit seinen treu ergebenen Truppen in einer
Dschungel-Basis verschanzt hat. Von außerhalb ist keine Hilfe
zu erwarten. Solange die Verteidigungs-Anlagen der Insel nicht ausgeschaltet
sind, wird das Militär keine Rettungsversuche für Kitty wagen.
Also macht sicht Kitty an, die Basis im Alleingang zu infiltrieren und
der Rettungsmannschaft einen Weg zu bahnen. Indes veranstaltet der Colonel
gar manch seltsames Experiment, um eine Art "Super-Soldat" zu
erschaffen...
Gespielt wird aus der Verfolger-Perspektive.
Mit der Maus wird die Bewegungsrichtung und das Umsehen gesteuert. Ist
ein Ballermann aktiviert, wird das Fadenkreuz ebenfalls mit der Maus und
den anderen Bewegungstasten gesteuert. Am ehesten ist diese Steuerung
wohl mit "Max Payne" zu vergleichen. Kitty kann laufen, schleichen,
sich ducken, sowie rückwärts und seitwärts gehen, springen
kann sie aber nicht.
Zu Spielbeginn besteht die
Möglichkeit, einen Trainigs-Level zu durchlaufen. Dabei werden die
einzelnen Manöver erklärt. Die Verteidigungs-Optionen sind leicht
erlernbar. Kitty verfügt aber über ein recht hilfreiches Spielzeug,
welches nähere Erläuterung braucht.
Es handelt sich dabei um das "EPU". Wer "Metal Gear Solid"
kennt, dem wird die Funktion dieses Teils
bekannt vorkommen.
Kitty trägt das
EPU die meiste Zeit mit sich rum. Ist es aktiviert, zeigt es im oberen
linken Bereich des Bildschirms einen Kompass an. Darauf kann erkannt
werden, in welche Richtung gegnerische Soldaten schauen und wie weit
ihr "Hörradius"
geht. Kittys Position wird in der Mitte angezeigt, ebenso ein Kreis,
der angibt, wieviel "Krach" man macht. Läuft Kitty, ist
der angezeigte Radius größer als im Schleichen-Modus. Bewegt
man die Figur überhaupt nicht, ist der Radius gleich Null. Sobald
der gegnerische "Hör-Radius" sich mit Kittys "Krach-Radius"
schneidet, werden die Wachen aufgescheucht und schlagen Alarm. Gleiches
gilt natürlich auch für Blickkontakt, allerdings kann man
sich hinter diversen Gegenständen ducken, so dass Kitty unbemerkt
bleiben kann.
Die EPU-Kontrolle ist das A
und O des Spiels. Das fängt schon im ersten Level an. Vom Strand
aus muss sich Kitty durch den Dschungel zu einer Militär-Basis durchschlagen.
Unterwegs sind massig Wachposten aufgestellt. Wird man entdeckt, erscheint
auch schnell das "Game Over", da die Burschen reichlich intelligent
agieren und sich nicht so ohne Weiteres abschütteln lassen.
Zwar kann man versuchen, mit
Waffengewalt die aufgeschreckten Soldaten auszuschalten, jedoch zielen
die Burschen recht gut, so dass es meist klüger ist, sich irgendwo
zu verschanzen und abzuwarten.
Erst
nachdem eine gewisse Zeit verstrichen ist, kann man - wenn man denn eins
gefunden hat - sein Versteck verlassen. Bei erneutem Alarm ist es außerdem
so, dass die Wachen durchaus Winkel kontrollieren, die sie zuvor nicht
in Augenschein genommen hatten. Als ob das nicht schon reichen würde,
rufen die Soldaten manchmal auch ihre Kumpels und veranstalten dann eine
regelrechte Kaninchen-Jagd.
Durch diese Vorgehensweise
wird das gesamte Spiel etwas arg "versteck-lastig", da diese
Methodik bei gut 2/3 aller Levels empfehlenswert ist. Bei den anderen
Levels - die letzten drei Abschnitte - dreht sich die Sache aber um, und
aus dem neckischen Versteckspielchen wird ein Action-Shooter, bei dem
hemmungslos rumgeballert werden darf.
Bedingt durch das Spielprinzip,
sind Waffen nicht so wichtig. Es gibt ein paar Pistolen, ein Sniper-Gewehr,
eine Schrottflinte und gegen Ende auch viele Granaten und einen Raketenwerfer.
Das Zielen erweist sich dabei als ziemlich tückisch, da das Fadenkreuzvisier
ziemlich träge und unpräzise arbeitet. Da macht sich einfach
bemerkbar, dass das Spiel eben nicht als Ballerspiel konzipiert wurde.
Während der einzelnen
Sequenzen gibt es auch immer wieder ein paar Aufgaben zu lösen.
Machmal reicht es, Schalter zu drücken, an anderer Stelle müssen
Wachen abgelenkt werden und öfters kann man sich zu verschlossenen
Räumen nur Zutritt verschaffen, wenn man sich zuvor entsprechende
Code-Karten von berechtigten Soldaten besorgt hat.
Die zehn Levels beinhalten
vier Zwischen-Gegner. Zumeist empfiehlt es sich, diese durch taktischeVorgehensweise
mittels Ballermännern auszuschalten. Beim vorletzten Boss ist aber
eine andere Vorgehensweise zweckmäßig. Auffallend ist, das
man bei den Zwischengegnern NICHT abspeichern kann. Dadurch soll das "Ein-Schuss-ein-Treffer-und-Abspeichern"-Prinzip
durchbrochen werden.
Ansonsten kann aber überall
und jederzeit abgespeichert werden. Neben der regulären Speicherfunktion
auf wählbaren Slots gibt es auch eine erfreulich schnelle Quick-Save/-Load-Funktion.
Links unten ist während des Spiels eine Gesundheitsanzeige sichtbar.
Durch Einnahme von aufgesammelten Medipacks kann die Gesundheit bei Bedarf
wieder aufgebessert werden.
Grafisch
taugt "Survival Instinct" sicher nicht als Vorzeige-Spiel, da
gibt es einfach wesentlich aufregendere Sachen auf dem Markt. Die eigens
für das Spiel entworfene 3D-Engine ist aber doch für viele nette
Lichteffekte und ähnliches gut. Außerdem sind die Texturen
im Dschungel und Militärkomplex auf alle Fälle passend und vermitteln
eine treffende Atmosphäre. Etwas mehr Feinarbeit hätten aber
die Feinde vertragen können. Die Soldaten sehen alle ziemlich ähnlich
aus und bewegen sich teilweise doch etwas steif. Selbiges trifft auch
auf Kitty zu. Obwohl grafisch sehr schön in Szene gesetzt, ist die
Animation nicht ganz überzeugend. Außerdem hätte der Figur
mehr Bewegungsfreiheit gut getan. Dazu hätte aber die Steuerung flüssiger
angelegt werden müssen.
Der Sound-FX kommt der Spiel-Atmosphäre
sehr entgegen. Bis auf wenige Stellen wurde auf nerviges Musik-Gedudel
zugunsten von passenden Geräuschkulissen verzichtet. Im Hauptmenü
des Spiels gibt es aber ein schönes Thema zu hören, welches
im weiteren Spielverlauf gelegentlich leicht verändert auftaucht.
Bei den Synchron-Sprechern hat sich Similis nicht lumpen lassen. Die deutschen
Stimmen von Julia Roberts, Bruce Willis und Steve Busceme wurden für
die Dialoge und Zwischen-Sequenzen verpflichtet. Schade nur, dass in den
meisten Film-Sequenzen die Dialoge nicht viel hergeben. Außerdem
wiederholen sich einige Phrasen ("Ich hab` dich, Du Sau!") immer
wieder. Dadurch wird die Story nicht wirklich vorangetrieben. Fairerweise
muss aber gesagt werden, dass dieser Minuspunkt bei vielen anderen Spielen
dieses Genres ebenso gravierend ist.
Die Motivation und den Schwierigkeitsgrad
bezieht das Spiel aus den kniffligen Versteck-Spielen und der Taktik-Action
bei den Zwischengegnern. Leute mit etwas Erfahrung dürften in ca.
10 - 15 Stunden effektiver Spielzeit die Insel der Verdammten wieder
in
Richtung Heimat verlassen.
Mühe haben sich die Macher
von "Survival Instinct" schon gegeben. Das zeigt sich teilweise
bei der Grafik, und außerdem ist das Spiel bugfrei. Das Ambiente
geht in Ordnung, und die Levels sind sehr durchdacht konzipiert worden.
Negativ-Punkte sind eindeutig die allzu starke Fixierung auf das EPU und
die schlechte Steuerung. Falls diese Schwachpunkte bei eventuellen Folgespielen
behoben werden und das Gameplay erweitert wird, könnte mit "Kitty
Hawk" ein ernstzunehmender Konkurrent für ähnliche Reihen
wie "Metal Gear Solid" oder "Tomb Raider" heranwachsen.
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