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Autor: Minerva
29.
07. 2001 Die Magie der Lara Croft Lara Croft.
Wer kennt sie nicht, die digitale Heldin mit dem langen Zopf und den engen kurzen
Hosen, die mit Athletik und Sexappeal Millionen von Computerspielern aus der ganzen
Welt begeistert. Jetzt ist sie auch in den deutschen Kinos
zu sehen, verkörpert von Angelina Jolie, der attraktiven Newcomerin Hollywoods.
In den USA landete der Kinostreifen sofort auf Platz 1. Die Computerspiele, erschienen
in fünf Teilen, waren allesamt Bestseller. Obwohl
die meisten TR–Fans
mit der Besetzung einverstanden waren, gibt es für sie nur eine „wahre“ Lara. Wir
sind der Sache auf den Grund gegangen und haben einige Fans gefragt, was
Lara Croft, die Ikone adliger Abstammung, so von anderen
Computerfiguren abhebt. Nicht nur Männer, sondern auch viele Mädchen
und junge Frauen sind von dem Spiel Tomb Raider beeindruckt. Lara Croft sei nicht
nur attraktiv und sexy, sie symbolisiere auch die moderne Emanze, die auf ganzer
Linie mit dem männlichen Geschlecht mithalten könne. Sie sei selbstbewusst, unabhängig,
topfit, erfolgreich aber auch hilfsbereit und liebevoll. Für Mädchen
und junge Frauen ist sie ein Vorbild, für Männer stellt sie eine Traumfrau dar,
die in gewisser Weise auch schutzbedürftig und somit auf die Kontrolle des Spielers
angewiesen ist. Die Herstellerfirma Eidos gab Lara Croft ein Eigenleben, wie wir
es bisher von keiner anderen digitalen Figur kennen. So sind z.B. Lebenslauf,
Körpermaße, Blutgruppe oder auch Musikgeschmack publiziert worden. Im Internet
ist eine medienwissenschaftliche Gruppe präsent, die sich mit dem sogenannten
„Croftism“ beschäftigt. Lara
Croft hat gezeigt, dass es nicht reicht, eine „gutaussehende“ Digital–Lady
zu schaffen, um auf den Erfolg
eines Spieles zu hoffen. Die User erwarten weitaus mehr. Es geht offensichtlich
darum, eine Figur zu entwickeln, die in der Lage ist, aus den rein technischen
Daten hervorzutreten, so dass menschliche Züge erkennbar werden. So bekommt der
Spieler das Gefühl, in Kommunikation mit der betreffenden Hauptfigur zu treten.
Bei Tomb Raider wird man nach diversen Leveln mit Videos entlohnt, die nicht nur
ein Schauspiel für das Auge sind, sondern auch Privates von Lara Croft preisgeben,
wie z.B. Gefühle und Neigungen.
Kein Wunder also, dass der britische Wissenschaftsminister 1998
vorschlug, Lara Croft in den Status einer Botschafterin zu erheben.
Angelina Jolie in „Lara Croft: Tomb Raider“
Die „echte“ Lara Croft |