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TR – 5 Der magische Diamant oder die Flucht vor der wilden Hilde

*Hans*

Prolog

Sahel-Zone, Montag - sehr bald morgens, noch vor dem Frühstück.

Kalimba war ein Massai und hatte in dieser Gegend Afrikas eigentlich überhaupt nichts zu suchen. Aber man sah ihm nicht an, dass er ein stolzer Massai war, denn im Gegensatz zu seinen anderen Stammesbrüdern war er klein, hatte einen Schmerbauch und war bis auf ein paar kleine Fäden am Kopf kahl. Und er war depressiv, weil er von einer schon ziemlich alten, zahnlosen Frau, zu der er in Liebe entbrannt war, verschmäht worden war.

Er wanderte durch die Wüste mit dem Ziel, irgendwo zu sterben. Und die Tatsache, dass er noch nicht gefrühstückt hatte, sollte seinen Todeskampf noch grausamer machen. Er wollte das so, denn es war ein guter Tag zum sterben, auch ohne Marsriegel.

Irgendwann setze er sich auf einen Felsen und entschied, dass das der Platz sein sollte an dem er von seinem Leben Abschied nahm und dachte noch mal über sein kümmerliches Dasein nach. Eine letzte Träne fiel aus seinem rechten Auge und tropfte zu Boden.

Und hier könnte die Geschichte auch schon Enden, aber dann hätte man sie auch gar nicht erst niederschreiben müssen, denn wen interessierte das schon? Aber wie es der Zufall so will, ereignete sich doch noch etwas, dass dem Ganzen eine entscheidende Wende gab. Und es war wirklich ein einmaliger und entscheidender Zufall der sich nun ereignete und ein ganze Kette von anderen merkwürdigen Zufällen auslöste. Wie das ja meistens so ist mit den Zufällen... aber kommen wir zurück zur eigentlichen Geschichte.

Plötzlich sah er unter sich etwas funkeln. Er hob es auf und stellte mit Erstaunen fest, dass es sich um einen fantastisch schönen Diamanten handelte. Und als er den etwa taubeneigroßen Diamanten in Händen hielt, ging plötzlich eine eigenartige Veränderung in ihm vor. Mit einem Mal fühlte er sich hübsch und begehrenswert – was zwar nicht der Realität entsprach, aber das Gefühl machte ihn einfach unheimlich glücklich. Der Stein würde sein Leben verändern und so nahm er Abschied von seinem alten, unglücklichen Leben und nannte den Stein „Träne des Abschieds“.

Außerdem bewirkte der Diamant, dass er mit einem Schlag steinreich war. Nicht wegen des Wertes des Steines an sich, sondern weil der Stein bewirkte, dass er nun ein millionenschweres Nummernkonto in der Schweiz hatte. Ja – einfach so. Das wusste Kalimba genau. Und das ist jetzt auch echt kein Scheiß, der Stein konnte das wirklich und kein Ermittler konnte je feststellen, woher der Bimbes plötzlich kam und es musste auch keine Sau von irgendwas zurücktreten.

Er beschloss sofort in die nächst größere Stadt zu wandern und von dort aus in sein Heimatland Kenia zurückzufliegen. Wer den Flug bezahlte war ihm wurscht, obwohl er nichts von roter Politik verstand. In Bamako angekommen gab es erst mal einen riesen Presserummel und Kalimba gab scheubchenweise zu, ein Nummernkonto in der Schweiz zu haben und dass er das dem magischen Diamanten verdankte. Auf die Idee wären einige Herrschaften in Deutschland auch gerne gekommen und sie ärgerten sich schwarz, dass Kalimba erst jetzt mit dieser abgefahrenen Geschichte auftauchte.