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Kya: Dark Lineage

Autor: Chris
Bewertung: 1-2


Vertrieb: Atari
Entwickler: Eden Games (Frankreich)
Erscheinungsjahr: 2003
Plattformen: PS2
Genre: Action-Adventure
USK-Freigabe: Ab 12

Teenie-Girlie "Kya" ist sauer: Ihr alter Herr hat sie einfach wortlos sitzen lassen, und seit diesem Zeitpunkt ist das Mädel auf ihren Vater nicht mehr gut zu sprechen.

Während Kya mit ihrem Schicksal hadert, entdeckt ihr Stiefbruder Frank eines Tages im Keller ihres Wohnhauses einen verborgenen Raum, in welchem Kyas Vater wohl seltsame Experimente durchführte. Bis die beiden sich versehen, hat Frank fatalerweise eine Art Dimensionstor aktiviert, und die Geschwister werden auf einen fremden Planeten fortgerissen.

Dort unsanft gelandet, wird Frank ruckzuck von wolfsartigen Wesen (den so genannten "Wolfuns") verschleppt, während Kya von den friedliebenden "Natives" (eine Art pelziges Zwergenvolk mit fuchsähnlichen Gesichtszügen) gerettet und in ihr letztes Dorf gebracht wird.

Die Natives haben ein Problem: Seit einiger Zeit terrorisiert der finstere "Brazul" den gesamten Planeten und belegt gefangene Natives mit einem Fluch, der sie in die bösen Wolfuns verwandelt.

Kya lässt sich vom Stammeszauberer der Natives in alle Geheimnisse einweihen und verspricht Hilfe. Zum Ausgleich wollen die Natives bei der Befreiung von Kyas Bruder helfen und eine Rückkehr auf die Erde ermöglichen.

Dazu sind diverse Artefakte eines magischen Talismans nötig, als problematisch erweist sich dabei allerdings eine Sache: Auch Brazul ist hinter diesen Dingern her und hat daher schon längst seine Wolfun-Schergen auf die Jagd geschickt...

Mit "Kya: Dark Lineage" (KDL) schickt nun auch "Atari" (vormals "Infogrames") eine weibliche junge Heldin ins Rennen. Entwickelt wurde der Titel von "Eden Games", welche früher unter der Bezeichnung "Eden Studios" firmiert haben.

Bei einigen Spielen lässt sich des Öfteren nur schwerlich etwas aus den Fingern saugen, da sie manchmal aus einer simplen Gameplay-Idee gestrickt sind. KDL hat da ein ganz anderes - aber erfreuliches - Problem: Der Titel ist randvoll mit durchgeknallten Spiel-Elementen, so dass man gar nicht weiß, wo man denn jetzt anfängt und was man vielleicht weglassen kann.

Die Figursteuerung erfolgt aus der Verfolgerperspektive, wobei mit dem analogen Links-Stick das Laufen und dem Rechts-Stick das Umsehen gesteuert wird. Neben der regulären Laufeigenschaft kann die Protagonisten auf Tastendruck rumhüpfen, sich an Kanten auf höhere Ebenen ziehen oder über eine Stealth-Taste herumschleichen. Im weiteren Spielverlauf kommen noch einige Upgrades (beispielsweise Klettern, Hangeln, Links/Rechts-Wandsprünge) hinzu, welche das Bewegungsspektrum noch umfangreicher machen.

Weiterhin ist Kya mit einem bumerangartigen Ding ("Boomy") ausgerüstet, welches sie im Normalzustand in ihrem wilden Haarschopf verknotet. Mit diesen Boomy lassen sich mit diversen Upgrades Schalter aktivieren, Gegner reizen und einige Feinde auch ausschalten.

Das Spiel beginnt im Dorf der Natives, welches als zentraler Ausgangspunkt für Kyas Missionen zu verstehen ist. Über einen speziellen Windkanäl-Bereich gelangt Kya in die verschiedenen Landschaften des Planeten, wobei diese allerdings abhängig vom Spielverlauf zugänglich werden. Jeder Unterabschnitt verfügt über weitere Zugangsmechanismen, die nach dem Auffinden und Öffnen auch über das Dorf der Natives direkt betreten werden können.

Während Kya ihrer Jagd nach den Artefakten nachgeht, sind auch immer wieder kleine Nebenaufgaben zu lösen. Zumeist wird man auf diese Aufgaben regelrecht hingeführt: Hat man einen bestimmten Level erforscht und kommt nicht weiter, erscheint ein eindeutiger Hinweis auf dem Screen, welcher Auskunft über die Vorgehensweise gibt.

Beispielsweise steht Kya mal vor einem Schalterrätsel, das sich als unlösbar herausstellt. Der Tipp lautet dann in etwa: "Auf der anderen Seite findest Du die Angabe der richtigen Schaltereinstellung, dazu benötigst Du aber ein Fernrohr, weil Du das von hier nicht sehen kannst."

Also geht es flux zurück über einen Windkanal ins Dorf, und man hält Ausschau nach dem gewünschten Gegenstand, da die Natives Ladengeschäfte betreiben, in welchen Kya sich mit nützlichen Gimmicks eindecken kann. Die Bezahlung der Objekte erfolgt durch Geldeinheiten. In allen Abschnitten sind Kisten verstreut, welche die Heldin zertrümmern kann. Meistens ist da dann auch Geld drin, manchmal gibt es aber auch Kohle, wenn bestimmte Gegner (aber keine Wolfun!) vernichtet werden.

Nach einiger Zeit werden zur Aufgabenlösung allerdings Upgrade-Gegenstände benötigt, die sich nicht im Sortiment der momentan verfügbaren Läden finden. Dann kommt folgendes Element zu tragen: Auf ihrer Reise trifft Kya massig feindliche Wolfuns. Gelingt es der Heldin, diese bewußtlos zu schlagen, kann sie die armen Kerle exorzieren und in friedliche Natives verwandeln.

Diese befreiten Natives kehren dann zurück ins Dorf und bauen ihrerseits neue Geschäfte, in welchen dann die gewünschten Objekte gekauft werden können. Einige Natives eröffnen gar kleine Spielhallen, dort kann Kya durch kleine (an das reguläre Gameplay angelehnte) Geschicklichkeitstests in einem Wettmodus Geld scheffeln. Später gibt es weiterhin die Möglichkeit, für einen Zoo die heimische Tierwelt einzufangen und damit Kohle zu verdienen, allerdings sind hierzu zuvor spezielle Fallen einzukaufen und richtig einzusetzen.

Das Exorzieren funktioniert ganz einfach: Über jedem bewusstlos geschlagenen Wolfun erscheint eine Zahl (in der Regeln zwischen 3 und 50), welche angibt, wieviele Magiekugeln benötigt werden, um einen Wolfun umzuwandeln. Diese grünen Magiepunkte sind überall im Spiel verstreut, an bestimmten Stellen gibt es auch krötenähnliche Viecher, welche nach "sanfter" Überredung ohne Limit solche Kugeln ausspucken.

Anfangs kann Kya nur 50 dieser Kugeln bei sich tragen, im Laufe des Spiels (mit jedem gefundenen Artefakt) schnellt die Zahl der aufnehmbaren Kugeln jedoch nach oben, so dass am Ende bis zu 500 dieser Dinger eingesammelt werden können.

Weiterhin dienen diese Magiepunkte zu Energieherstellung der Heldin. Zu diesem Zweck finden sich großzügig verteilte Energiekristalle in den einzelnen Abschnitten: Auf Knopfdruck kann an diesen Stellen gegen Magiepunkte die eigene Lebensenergie wieder aufgebessert werden. Ferner lässt sich über Energie-Upgrades die Lebensenergieleiste permanent verlängern. Das ist bitter nötig, da die Wolfuns im Spielverlauf immer bösartiger werden. Gottlob lassen sich aber die Kampffähigkeiten der Heldin fortlaufend verbessern.

Zu diesem Zweck kann sich Kya "Kampfarmbänder" bei den Natives besorgen, diese müssen jedoch zwingend in einer Reihenfolge eingekauft werden. Anders ausgedrückt: Armband 2 ist nur käuflich, wenn zuvor Armband 1 gekauft wurde. Armband 3 ist nur käuflich, wenn Armband 1 und 2 bereits erworben wurden, usw.

Diese Armbänder ermöglichen Angriffsmoves, welche über entsprechende Tastenabfolgen ausgeführt werden. Damit man sich das beibringen kann, gibt es im Native-Dorf eine Kampfarena, wo Kya ihre neu erworbenen Tritte an "Stroh-Wolfuns" perfektionieren kann. Und weiß Gott, diese Combos sind nicht ohne.

Schläge in Regionen unterhalb der Gürtellinie sind da noch recht harmlos (aber trotzdem lustig...!). Richtig krass sind einige andere Spezialattacken: Durch Tastendruck springt die Protagonistin auf den Rücken eines bedauerlichen Wolfuns und packt ihn an den Ohren, wobei sie ihn richtig "reitet" und dadurch anderen in der Bahn stehenden Wolfuns schmerzhafte Lektionen erteilt, oder munter einfach weiter auf das eigentliche Opfer einprügelt.

Etliche Wolfuns sind mit Waffen ausgestattet. Kommt man ihnen zu nahe, ballern sie hemmungslos auf die Protagonistin, und man muss den Angriff kurzzeitig abbrechen und das Weite suchen. Übrigens ist die Feind-KI sehr unauffällig: Kehrt man kurz darauf zurück, sind die zuvor alarmierten Gegner wieder "friedlich".

Fiese Zeitgenossen schleichen sich dann über die Stealth-Taste von hinten an einen Wolfun heran und packen diesen einfach an seinem Schwanz. Danach kann Kya den armen Wolf in Kreis herumwirbeln und gegen eine Wand krachen lassen. Benutzt man diese Funktion gar im wilden Kampfgetümmel, so lassen sich bei dieser Gelegenheit auch gleich noch ein paar andere Wolfuns sauber "bearbeiten".

Wem das alles noch nicht reicht, der kann die Wolfuns mit diversen Sprungangriffen, Hebeattacken und mächtigen Uppercuts ins Land der Träume schicken. Es ist schon sehr beeindruckend, was die junge Dame so alles auf dem Kasten hat; da würde wohl sogar der "Prince of Persia" die Flucht vorziehen, allerdings braucht man für diese Combos schon etwas Übung. Zur Abrundung gibt es noch einige Boss-Fights, die sich jedoch auch auf einem vernünftigen Schwierigkeitsniveau abspielen.

Jump & Run-Einlagen gibt es bei KDL ebenfalls reichlich. Allerdings wurden diese um einige neue Komponente erweitert: die Beherrschung von Luftströmen, die Hebelaktivierung mit Boomys, die ungewollte Hilfestellung durch die Tier- und Pflanzenwelt, Skateboard-Fahrten der besonderen Art und das Reiten auf "Jamguts".

Der namenlose Heimatplanet der Natives besteht eigentlich nur aus schwebenden Felsbrocken, und dort herrschen teilweise wilde Windverhältnisse. An solchen Stellen passiert es dann oft, dass Kya sich durch Luftströme bewegen muss.

Am einfachsten funktioniert das noch bei reinen J&R-Passagen: Klettere oder laufe zu einem Windschutz und warte ab, bis der nächste turnusmäßige Windstoß vorbei ist.

Öfters muss man die Hauptfigur diesen Widrigkeiten aber bewusst ausliefern, und so finden sich etliche Passagen, in denen Kya durch Luftströme "schwimmen" und Hindernissen ausweichen muss. Die horizontalen Passagen sind dabei noch relativ harmlos, richtig heavy sind dagegen die "Freifall"-Sequenzen.

Luftkanonen schießen die Heldin gelegentlich in schwindelerregende Höhen. Manchmal kann man sich dabei direkt danach sanfte Landepunkte aussuchen, manchma l geht es jedoch direkt in einen anderen Luftstrom, der die Heldin in einem Affentempo abwärts jagt. Diese Sequenzen sind teilweise dermaßen schnell, so dass einem fast das Herz in die Hose rutscht.

Selbiges trifft auch auf die Hoverboard-Abschnitte zu: Bergab (mit Tempo-Upgrades auch bergauf) schießt Kya durch die Landschaft und muss Hindernissen ausweichen. Andere Tempo-Upgrades in gigantischen Halfpipes hingegen katapultieren das Mädel hoch in den Himmel. Kurz darauf schwenkt die Kamera in eine Vogelperspektive, und es folgen haarsträubende Sturzflüge in die Tiefe. Das ist absolut abgefahren.

Im Spielverlauf muss Kya auch eine Dressur-Pfeife für "Jamguts" einkaufen. Diese Jamguts haben ein ähnliches Aussehen wie die Reittiere aus "Star Wars: The Empire strikes back" und bewegen sich auch ungefähr so.

Nach Erwerb dieser Pfeife kann die Heldin auf diesen Tieren reiten. Nur vordergründig dienen diese dazu, um Abgründe zu überwinden, die Kya nicht passieren kann; sie erweisen sich auch als sehr nützlich gegen die Wolfuns: Taucht man mit diesem stampfenden Reittier in einem Wolfun-Rudel auf, so rennen diese nur noch mit weit von sich gestreckten Armen durch die Gegend und sind vor lauter Angst zu keiner Gegenwehr mehr fähig.

Da braucht Kya dann auch gar nicht mehr vom edlen Reittier herabzusteigen; man rennt die Wolfuns einfach solange über den Haufen, bis sie bewusstlos sind. Da kommt Freude auf, und es erweist sich als echtes Seelen-Balsam für schlechte Wolfun-Jäger! :)

Weiterhin sind etliche Aufgaben für "Pferd" und Reiterin nur gemeinsam zu meistern: Während Kya reitet, kann sie sich auf das Jamgut stellen und Boomys abfeuern oder andere Sachen erledigen.

Absolut krass in dieser Hinsicht: In einer Sequenz reitet man zwischen einem Zug und einer Art Raumschiff. In vollem Galopp schwingt man sich zuerst auf den Zug (während das Jamgut weiterhin nebenher trabt) und schießt dann mit einer Bordkanone Sprungplattformen in das Raumschiff. Danach springt man zurück auf das Jamgut und hangelt sich an den zuvor erzeugten Plattformen nach oben…es lässt sich schwer in Worte fassen; das muss man selber gespielt haben.

Die Bommys können übrigens auch aufgerüstet werden. Neben einer Zielanvisierung erlaubt es ein weiteres Upgrade sogar, diese Geschosse per Gedankenkontrolle frei durch die Gegend zu bewegen. Das ist beispielsweise dann immer wichtig, wenn Kya bestimmte Schalter nicht durch direkten "Bewurf" treffen kann.

Was gibt es sonst noch? Ah, ja: Ballähnliche Pflanzenfresser lassen sich als Trampolin oder "Druckschalter-Beschwerer" verwenden, vorausgesetzt, man lockt diese mit einer Frucht an, spezielle "Wolfun-Zeppeline" dienen auch als Fortbewegungsmittel, diverse Maschinen liefern Bomben für etliche andere Zwecke, "Tetris" sieht man bei KDL plötzlich in einem ganz anderem Licht, und und und…

KDL ist mit neun Welten, die es zu erforschen gilt, recht umfangreich geworden. Die einzelnen Abschnitte sind dabei mal kleiner, mal größer, und öfter mal richtig gigantisch geworden. Damit man dabei nicht im Dunkeln tappt, wurde eine informative Landkarte eingebaut, auf der die Standorte der Artefakte, Jamguts, Luftkanäle, Wolfuns und sonstiger Ziele visualisiert sind.

Über das Speichern muss man sich während des Spiels eigentlich keine allzu großen Gedanken machen, da das Programm fortlaufend selbstständig Savegames ablegt. Erfreulich in dieser Hinsicht: Wird ein Wolfun exorziert und Kya segnet danach das Zeitliche, so muss dieser Wolfun nicht mehr "gereinigt" werden, da das Spiel sich etliche erledigte Aufgaben merkt.

Da kann man dann auch mal darüber wegsehen, dass die Rücksetzpunkte stellenweise (aber wirklich nur stellenweise!) rar gesät sind, da viele Dinge nach einem Ableben nicht nochmals erledigt werden müssen, zumal sich der Schwierigkeitsgrad permanent auf einem akzeptablen Niveau bewegt.

Grafisch ist der Titel "nur" gehobenes Mittelmaß, allerdings hat das auf der PS2 allgemein bereits ein Niveau erreicht, über das man nicht mehr meckern kann. Zwar mögen die Figuren und die Umgebungen recht comic-artig geraten sein, das dürfte allerdings nicht so schwer wiegen, vorausgesetzt, man legt keinen gesteigerten Wert auf endlos realistische Grafiken.

Die Animationen sind recht schlicht, aber absolut zweckmäßig. Diverse Kampfcombos wurden mit dem inzwischen hinreichend bekannten Matrix-Effekt aufgepeppt, und ansonsten läuft das Spiel vollkommen ruckelfrei und in einem irren Tempo.

Schwerwiegender sind da eigentlich Kleinigkeiten, welche doch schon mal für Frust sorgen können:

Ab und an stürzen die Wolfuns in Abgründe und können folglich nicht exorziert werden. Um solche Wolfuns doch noch in Natives verwandeln zu können, muss die Heldin den Freitod wählen, weil danach diese "abgestürzten" Wolfuns wieder an ihrem ursprünglichen Platz zu finden sind.

Gelegentlich lässt sich die Kamera auch nicht optimal ausrichten, da das Spiel vor allem in engen Räumen erhebliche Probleme bei Kameraschwenks aufweist. Hinzu kommt noch ein fataler Bock, der mit den oben genannten ungewollten "Abstürzen" der Wolfuns einhergeht:

Fällt ein Wolfun in einen Abgrund, behält das Spiel manchmal die Targetfunktion bei und schwenkt daher in eine "unterirdische" Sicht, welche den Blick auf die eigene Spielfigur kurzzeitig verdeckt.

Dazu kommen noch andere diverse Clipping-Fehler und des Öfteren legt sich die Kollisions-Abfrage kurzzeitig schlafen, was dazu führt, das Kya durch Wände rennt oder einfach durch die Texturen in den Tod fällt.

Die Landkartenfunktion ist absolut sinnvoll und wichtig, allerdings haben sich da ein paar Angaben eingeschlichen, die den Spieler kurzzeitig auf die falsche Fährte locken oder vollkommen unsinnig erscheinen. Das hat aber vielleicht auch damit zu tun, dass die einzelnen Welten ineinander verknüpft sind und man die Angaben wohl so exakt wie möglich machen wollte. Der Schuss ging dann aber nach hinten los.

Wie gesagt, das sind alles nur Kleinigkeiten. Es sieht aber einfach so aus, als hätten die Entwickler da noch ein paar Wochen für ein Feintuning benötigt, konnten das aber wegen dem anstehenden Weihnachtsgeschäft wohl nicht mehr machen. Das sollte nachdenklich stimmen.

Musikmäßig gibt es MIDI-Geduddel, das sich aber über das Options-Menü ausschalten lässt. Zwar sind einige Themen recht nett geworden, andere erscheinen allerdings etwas überzogen kindlich. Dafür entschädigt jedoch das Musik-Stück im Abspann: Das Orchester-Thema des Stones-Titels "The Last Time" (inzwischen hinlänglich durch den "Verve"-Song "Bitter Sweet Symphony" bekannt) wurde als Grundlage für einen coolen Dub-Rap-Song verwendet.

Die deutsche Lokalisierung ist übrigens etwas sonderbar: Die beiden Hauptakteure sprechen unverkennbar ein Deutsch mit französischem Akzent. Jedoch ist das nicht so wild; da sind die platten Dialoge und die konfuse Story schon noch eine Ecke schlimmer. Allerdings ist das Geschmackssache, und das Spiel wird dadurch auch nicht schlechter.

Im Gegenteil: KDL ist mit Abstand das kreativste J&R-Action-Adventure des abgelaufenen Jahres. Die verschiedenen Features machen einfach süchtig, und mit ca. 15 - 20 Stunden Spielzeit ist für jede Menge Unterhaltung gesorgt. Das Spiel ist fair, spielt sich flüssig, und - obwohl erst im November 2003 auf den Markt gekommen - mittlerweile schon für ca. 25 Euro (Neupreis) zu haben.

Wer schon lange von bluttriefenden Ballerorgien der Marke "Max Payne" die Schnauze voll hat, der wird mit KDL wunderbar bedient. Origineller, witziger, länger und billiger geht es derzeit nicht.

Schade nur, dass Atari sich anscheinend nicht zu einer PC-Version durchringen kann. Es ist ein Jammer, was J&R-interessierten Spielern auf dem PC da mal wieder entgeht. Sollte doch noch eine Windows-Konvertierung kommen, dann werden wir das hier nachträglich anmerken.