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Unreal
2: The Awakening
Autor: Chris
Bewertung: 2
Vertrieb: Infogrames
Entwickler: Legend (USA)
Erscheinungsjahr: 2003
Plattformen: PC
Systemanforderungen PC (min.): Windows 98, ME, 2000, XP Intel Pentium
III oder AMD Athlon 733MHz, 3 GB Festplattenspeicher, 8fach-CD-Rom-Laufwerk
GeForce 2MX oder ATI Radeon 7500, Windows-kompatible Soundkarte, DirectX-8.1
Genre: Ego-Shooter
USK-Freigabe: Ab 16
Auf dem Polizei-Raumschiff "Atlantis" kreuzt
der von den Marines suspendierte Marshall John Dalton mit seiner Crew
durch die Galaxis, um Siedler und Industrieunternehmen zu schützen.
Bei einem routinemäßigen Briefing auf einem Stützpunkt
bekommt Dalton den Auftrag, auf einem Dschungel-Planeten nach dem Rechten
zu sehen. Anscheinend haben die dort tätigen Wissenschaftler ein
seltsames Artefakt geborgen. Nachdem sie es in ihre Basis schleppten,
wurden sie von feindseligen Aliens attackiert.
Nachdem Dalton auf dem Planeten
abgesetzt wird, sind fast schon alle Forscher dem Alien-Angriff zum
Opfer gefallen. Während er die verwüstete Basis durchforstet,
stößt Dalton dabei auf das Artefakt und erkennt, dass die
Aliens hinter diesem seltsamen Ding her waren. Später stellt sich
heraus: Über die gesamt Galaxis sind noch sechs weitere dieser
Artefakte verstreut. Kriegen die Aliens alle Artefakte in die Hand,
könnten sie sich damit eine verheerende Waffe basteln, und das
soll natürlich verhindert werden...
Lange
hat`s gedauert, bis die Entwickler von "Unreal" den Nachzieher
zum damaligen Knaller präsentieren konnten. Zwar wurde die fiktive
Galaxis und das Spielprinzip gleich gestaltet, jedoch wurde die Hauptfigur
ausgetauscht. Das ist aber nicht weiter schlimm, da es beim Verbrecher-Flüchtlingsdrama
des ersten Teils sowieso noch keine Film-Sequenzen gab.
Gespielt wird - wie sollte
es auch anders sein - aus der Ego-Perspektive in gewohnter Shooter-Manier.
An Bord der Atlantis geht es dann immer zu diesem oder jenem Planeten,
auf welchem eines der verschollenen Artefakte zu finden ist. Zwischenduch
müssen mal ein paar abgestürzte Marines gerettet oder eine
Basis verteidigt werden.
Im Endeffekft ist es aber immer egal, was das Ziel der Mission ist; die
Aufgaben werden in erster Linie durch Ballerorgien, Erkundungstrips und
simples Schalterdrücken gelöst.
Zwischen den Missionen kehrt
Dalton immer auf die Atlantis zurück. Dort kann er sich bei seinen
Crew-Mitgliedern über den Stand der Dinge informieren oder einfach
nur etwas Small-Talk machen. Zur Interaktion drückt man dabei
auf die "Benutzen"-Taste und kann dann aus vorgebenen Fragen
und Antworten auswählen.
Die Crew ist ein recht schräger
Haufen. Isaak, seines Zeichens Profi-Alkoholiker und Kettenraucher,
ist für Waffen und Technik zuständig. Will man sich die verschiedenen
Ballermänner erklären lassen, ist er stets ansprechbar. Zwischendurch
bastelt er an den Wummen auch eifrig herum, so dass er Dalton immer
wieder einen neuen (und effektiveren) Ballermann präsentieren
kann.
Der Pilot Ne´Ban ist der einzige Alien an Bord. Mit der Menschensprache
hat Ne`Ban es nicht so, und ab und zu kriegt man den Eindruck, er habe
das Sprechen wohl bei George W. Bush gelernt. Ansonsten ist der Typ aber
harmlos und zeigt sich recht wissbegierig.
Die Verbindungsoffizierin Aida versorgt Dalton immer mit Hintergrundinformationen
und steht einigen Vorhaben recht skeptisch gegenüber. Der Anblick
von Aida wirft doch glatt die Frage auf, warum Dalton immer allen möglichen
Quatsch im Kopf hat, wenn er doch von so einer Schönheit umgeben
ist! ;)
Aida ist nicht das einzige
Schöne, was zu bewundern ist. Grafisch trumpft "Unreal 2" gewaltig
auf. Die Grafik-Engine darf zeigen, was sie so zu bieten hat, und das
ist wahrlich nicht wenig. Das Bump-Mapping (Darstellung von Wasserflächen)
sieht sehr gut aus, das Environment-Mapping (Spiegel-Effekte auf Glas,
Metal usw.) ist gar noch besser und die Darstellung von Feuer und Rauch
erreicht ebensfalls Höchstniveau, so dass man versucht ist, sich
mit einem Feuerlöscher vor den Rechner zu setzen. Dazu gibt`s
noch die gewohnten Licht- und Effekt-Orgien.
Die Texturen der Umgebung und Protagonisten sind sehr detailliert, Angreifer
ebenso und die Tier- und Pflanzenwelt wurde recht ansprechend konzipiert.
Einzigst ein paar Clipping-Fehler haben sich eingeschlichen, das kann
man aber getrost unter den Teppich kehren.
Soviel Pracht bringt die Hardware
zum Kochen. Die oben genannten Systemvoraussetzungen sind für
detailgetreue Darstellung und Tempo sicher nicht empfehlenswert, da
dabei die Frame-Rate im Kampfgetümmel selbst bei einer Darstellung
von 800 x 600 Bildpunkten dramatisch abfällt.
Mit einer ATI-Radeon 8500 oder einer GeForce3 in Verbindung mit einem
1000 MHz-Prozessor lassen sich aber akzeptable Ergebnisse erzielen.
Die "Facheinschätzungen", die im Netz kursieren (da reden
einige Spinner doch glatt davon, dass man einen 2400-MHz-Prozessor brauchen
würde), kann man getrost vergessen.
Der Sound geht in Ordnung.
Wie bereits bei den "Tournament"-Vorgängern dröhnt
ein wilder Mix aus Techno- und Rock-Elementen aus den Lautsprechern,
und in einem Level gibt es gar einen groovigen Trip-Hop-Soundtrack,
der auch aus der Feder von Howie B. oder Robbie Robertson stammen könnte..
Bei einer Bergungs-Mission wurde auf Musik zugunsten einer bedrohlichen
Unwetter- und "Nachtleben"-Geräuschkulisse verzichtet.
Das erzeugt eine passende Stimmung. Die Dialoge klingen zwar ab und
zu etwas hölzern (wenn Isaak die Waffen erklärt, kommt man
sich vor wie in einer Werbesendung), aber es gibt auch immer wieder
ein paar auflockernde Sprüche.
Die
einzelnen Missionen sind doch recht kurz geraten. In der Regel läuft
man ca. 10 - 15 Minuten (Wiederholungen durch vorzeitiges Ableben nicht
mitgerechnet) zum Missions-Ziel, und nach getaner Arbeit kehrt man
zur Landefähre zurück. Shooter-Spezialisten (die das hier
eh` nicht lesen) dürften nach ca. 8 Stunden effektiver Spielzeit
fertig sein. Sicherung des Spielstands ist übrigens überall
und zu jeder Zeit möglich.
Der Schwierigkeitsgrad ist annehmbar; auf der Stufe "normal" kommt
man jedenfalls recht flott voran.
"Unreal 2" ist eigentlich
nur ein weiterer Ego-Shooter mit Story geworden. Bahnbrechendes neues
Gameplay ist - mal wieder - nicht zu sehen. Zwar haben die Entwickler
bei einigen Sequenzen tolle Stimmungen eingefangen, aber in Punkto
Gesamt-Atmosphäre kann es mit ähnlichen Spielen wie etwa "Return
to Castle Wolfenstein" doch nicht mithalten. Andererseits steckt "Unreal
2" das unsägliche "Time Splitters 2" in allen relevanten
Kriterien locker in die Tasche.
Wer keine Shooter mag, wird "Unreal
2" sicher auch nicht brauchen, es sei denn, man sucht ein Grafik-Demo
(für momentan ca. 45 €) um die Power des neu erworbenen Rechners
bestaunen zu können.
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