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Das Ding aus einer anderen Welt

Autor: Chris
Bewertung: 2

Vertrieb: Universal Interactive
Entwickler: Computer Artworks
Erscheinungsjahr: 2002
Plattformen: PS2, X-Box, PC

Genre: 3rd-Person-Adventure-Shooter
USK-Freigabe: Ab 16

 

"Das Ding aus einer anderen Welt" basiert auf einer Horror-Novelle, die bereits zweimal verfilmt wurde. Die Entwickler des Spiels nutzten den John Carpenter-Plot aus dem Jahr 1982 als Vorlage für ihr Skript.

Norwegische Wissenschaftler schaufelten aus dem Eis der Antarktis eine außerirdische Lebensform zu Tage. Nicht ahnend, was sie da gefunden hatten, schleppten sie den Fund in ihre Forschungsbasis. Die Folgen waren verheerend, da sich das Wesen als superaggressives Alien-Virus entpuppte, welches in Windeseile die gesamte Stations-Crew ausradierte und kurz darauf auf dem nächstgelegenen Forschungs-Stützpunkt der Vereinigten Staaten dasselbe tat. Der Forscher R.J. MacReady (Kurt Russel) sprengte am Schluß das Vieh (samt Basis) in die Luft, und zusammen mit einem anderen Überlebenden harrte der gute MacReady der Dinge, die da noch kommen könnten.
Hier endet der Film, und hier beginnt das Spiel. Nachdem der Kontakt zur amerikanischen Basis abbrach, entschlossen sich die zuständigen Behörden ein paar Soldaten in die Antarktis zu schicken. Der befehlshabende Cpt. Blake durchkämmt daher mit einem Außenteam den zerstörten Outpost 31, wobei sich ihm ein Bild der Verwüstung und des Grauens bietet. Blake lässt sich später nahe der weitgehend intakten norwegischen Forschungsstation absetzen, da er der Sache auf den Grund gehen will...

Soweit die Rahmenhandlung. Gespielt wird aus der bewährten Verfolger-Perspektive, wie es beispielsweise aus "Syphon Filter" oder "Max Payne" bekannt ist. Auf dem PC lässt sich die Figur über Maus und Tastenkombinationen steuern, auf der PS2 kommen beide Analog-Sticks plus Aktions-Tasten zum Zuge.

Bewegungen und Seitenschritte sind in alle Richtungen möglich, allerdings kann man nicht springen. Die Aktions-Tasten werden zum Waffen abfeuern, Objekt benutzen, Schalter drücken und zur Interaktion benötigt. Das Zielen auf Gegner muss nicht ganz genau erfolgen; über die Schwierigkeitsgrade lassen sich drei verschiedene Ziel-Toleranzen einstellen. Beim einfachsten Schwierigkeitsgrad reicht es daher aus, mit der Waffe nur grob auf die Feinde drauzuhalten.

Das Game-Play setzt sich aus wüsten Ballereien, Schlüssel- und Codewort-Suchen sowie ausgiebigen Erkundungstrips und Rettungsmissionen zusammen. Soweit eigentlich nichts Neues, "Das Ding" bietet aber ein paar zusätzliche Features, die das Spiel auflockern.

Im Verlauf der einzelnen Kampagnen stolpert Blake immer wieder über versprengte Soldaten. Es gibt dabei drei Typen: Techniker können kaputte Elektronik reparieren, Sanitäter heilen Wunden (außer ihre eigenen) und Kampfsoldaten ballern bei Bedarf wild in der Gegend rum. Allerdings sind auch bewaffnete Techniker und Sanis gut für Schusswechsel zu gebrauchen.
Ein spezielles Interaktions-Menü erlaubt es dabei, den jeweiligen Squad-Mitgliedern explizite Anweisungen zu geben. Dies kann bedeuten, dass Blake beispielsweise einem Techniker die Reparatur eines Schalters befiehlt oder diverse Verbündete zur Positions-Sicherung bzw. Erkundung losschickt.
Psychologischen Aspekten dieser Extrem-Belastung wurde auch Rechnung getragen. Bedingt durch die schauerlichen Lokalitäten kann es immer wieder vorkommen, dass Verbündete Angst kriegen bzw. nicht zur Zusammenarbeit bereit sind. Die jeweilige Dienst-Moral der Soldaten kann man im Interaktions-Menü anhand deren Mimik oder durch entsprechende Über-Kopf-Symbole während des Spiels erkennen. Um den Seelenfrieden der Jungs wiederherstellen zu können, kann Blake ihnen entweder Waffen geben, Adrenalin-Spritzen verpassen oder die Mitglieder aus bedrohlich erscheinenden Bereichen herausführen. Tut man das nicht, kotzen sich Angsthasen die Seele aus dem Leib, oder drehen durch und ballern wild in der Gegend rum. Im schlimmsten Fall verweigern hoffnungsose Fälle die weitere Kooperation und bleiben an Ort und Stelle stehen, wo sie nach einiger Zeit einfach so sterben.
Der Tod eines Kameraden kann unter Umständen dazu führen, dass das Spiel abgebrochen wird, weil die betreffenden Person (zumeist Techniker) für eine spezielle Aufgabe benötigt wird. Hat ein Schlüssel-Charakter aber seine Pflicht und Schuldigkeit getan, ist sein Ableben ohne weitere Konsequenzen für den Spiel-Verlauf.

 

Weiterhin findet Blake immer wieder Bluttest-Spritzen. Mit diesem "Besteck" kann Blake seine Kumpels (oder sich selber) testen, ob man denn mit dem gefürchteten Alien-Virus befallen wurde. Bei infizierten Personen platzt dann die Spritze und sie mutieren zu außerirdischen Angreifern. Die Testergebnisse werden jedoch durch die Story immer wieder mal sinnlos, da sich zuvor zweifelsfrei als "sauber" erkannte Helfer im nächsten Moment ohne Grund in Monster verwandeln können.
Einfach auf Verdacht sollte Blake aber nicht eigene Leute kalt machen, da die anderen Mitstreiter dann denken könnten, Blake sei infiziert und eröffnen dann ihrerseits das Feuer auf ihn. Ab einer bestimmten "Vertrauensstufe" stellt sich dieses Problem nicht mehr, da die Squad-Mitglieder durch Weitergabe von Munition und Waffen schnell volles Vertrauen zu Blake bekommen.

Es gibt generell zwei Arten von Alien-Angreifern. Da wären zum einen kleine Spinnen-Viecher, welche einfach mit Pistolen oder Gewehren erledigt werden können. Alle größeren Monster brauchen allerdings eine "Spezialbehandlung". Zu erst müssen diese Gegner mit bleihaltiger Munition oder Granaten solange unter Beschuss genommen werden, bis die Fadenkreuzanzeige von grün auf dunkelrot umschaltet. Danach kann man sie mit einem Flammenwerfer entgültig ausschalten. Der Umgang mit dem Flammenwerfer ist aber nicht ganz unproblematisch.

Glücklicherweise können die KI-Kumpels mit diesem Ding ganz gut umgehen, und daher ist es ratsam, die Drecksarbeit von Squad-Mitgliedern erledigen zu lassen. Im späteren Verlauf tauchen auch noch feindselige Soldaten auf. Diese können aber auf die "konventionelle" Art eliminiert werden.

Generell ist es von Vorteil, seine Crew bei Laune (und Leben) zu halten. Bei etlichen Sequenzen wird man von Alien-Horden regelrecht überrannt. Wohl dem, der da eine schlagkräftige Truppe an seiner Seite weiß. Schade nur, dass ein Großteil der Verbündeten im Spiel - bedingt durch die Story - verloren geht. Meist ist dies vor den Kampagnen-Enden der Fall. Es ist in der Regel nicht möglich, die Kumpels in den nächsten Level rüberzubringen. Das ist aber nicht weiter schlimm, da in jeden Abschnitt neue Freunde auftauchen.

Einige Missionen muss Blake allerdings alleine bzw. ohne einen Sanitäter überstehen. Es gibt jedoch immer wieder Medipacks im Spiel verstreut, die Blake sich dann selber oder seinen Mitstreitern verpassen kann. Agiert Blake im Freien, erscheint eine weiterer Limit-Balken, der in blau gehalten ist. Bleibt man zu lange in der Kälte, wird die rote Lebensenergie-Anzeige immer kleiner, was schnell zum Tod führt.

Zwischendurch muss sich Blake mit insgesamt vier "Ober-Monstern" allein auseinandersetzen. Gegner Nummer 1 und 3 lassen sich (dank technischer Ungenauigkeiten?) mit Tricks zur Strecke bringen. Boss Nummer 2 hat es aber in sich; an diesem Vieh kann man sich wirklich die Zähne ausbeißen (gell, Bart? :)). Das Ausschalten des letzten Gegners ist aber relativ simpel und dürfte keinen Spieler vor Probleme stellen.

Der Spielfortschritt lässt sich anhand vordefinierter Stellen während der einzelnen Missionen abspeichern. Einige Speicherpunkte können/müssen dabei auch öfter benutzt werden. Über die Lage der Save-Points kann man streiten, aber es hätten schon ein paar mehr sein können, zumal Medipacks und Munition an einigen Stellen wirklich rar gesät sind. Glücklicherweise besteht die Möglichkeit, Squad-Mitgliedern auch wieder Waffen und Munition abzunehmen bzw. Munition von getöteten Feind-Soldaten aufzunehmen.

Grafisch ist das Spiel ziemlich spartanisch gestaltet worden. Die Texturen sind recht karg und trostlos, aber der Atmosphäre tut das seltsamerweise keinen Abbruch. Man kann ja auch von öden Forschungs-Stationen keine glamourösen Einrichtungen verlangen. Zusätzlich wird dieses Ambiente durch schummrige Beleuchtung verstärkt.
Blake, Verbündete und Soldaten sind im Aussehen und Animation recht annehmbar konzipiert. Leider kann man das von den Aliens nur bedingt sagen. Die Viecher sehen zwar gruselig aus, bewegen sich aber etwas ungelenk durch die Gegend.

Musikmäßig gibt es eigentlich fast nichts zu hören; im Abspann läuft aber eine flotte Crossover-Nummer im Faith no more-Stil. Ansonsten beschränkten sich die Entwickler auf einen düsteren Sound-FX, was ebenfalls das bedrohliche Ambiente nur noch verstärkt. Bei den Dialogen wurde für die Rolle des Blake der Schauspieler Manfred Lehmann engagiert, welcher ja bekanntlich Bruce Willis und Kurt Russel seine Stimme in deutschen Synchronisationen leiht.

Schade nur, dass die Zwischen-Sequenzen nicht viel taugen. Die Story bleibt doch arg im Dunkeln, und am Ende läuft alles mal wieder auf eine Art Militär-Verschwörung hinaus. Das gab's schon oft genug, das haut wirklich keinen mehr vom Hocker, außerdem ist die Schluß-Sequenz - trotz Film-Anspielung - ziemlich platt geraten. Weiterhin sind einige Trigger zu den Film-Szenen etwas unglücklich gelegt worden, was aber nicht so gravierend ist.

Aus den Interaktions-Möglichkeiten hätte man sicher noch mehr machen können, und die Film-Vorlage wäre schon für eine interessantere Geschichte gut gewesen, aber Freunde gepflegten Grusels werden mit "The Thing" sicherlich recht gut bedient. Wer sich ranhält, dürfte das Spiel in 6 - 8 Stunden Spielzeit durchhaben. An etlichen Schlüssel-Ballereien kann man sich aber - dank der eingeschränkten Speichermöglichkeit - lange abquälen, so dass man doch ziemlich lange zu knabbern hat.

Quelle (Bilder): PC Games